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GTA 6 Boykott: Warum die entlassenen Entwickler abraten

Eddy Hanné18.08.2026, 21:56 Uhr||Aktualisiert: 11.09.2026, 22:41 Uhr
GTA 6 Boykott: Warum die entlassenen Entwickler abraten
Bild: youtube.com

Ausgerechnet die 34 entlassenen Rockstar-Beschäftigten, um die sich die Boykott-Debatte dreht, bitten Fans jetzt öffentlich, GTA 6 nicht zu boykottieren.

Auf einen Blick
  • Die 34 Entlassenen bitten Fans ausdrücklich, GTA 6 zu kaufen statt zu boykottieren.
  • Unterstützen soll man stattdessen ihren Rechtsstreit, über einen Spendenaufruf und ein Solidaritäts-Shirt.
  • Die Schlussanhörung läuft seit dem 10. September in Glasgow und dauert bis zum 16. Oktober.
  • Strittig ist der Kündigungsgrund: Rockstar nennt Weitergabe von Informationen, die Gewerkschaft nennt es Union Busting.

Seit Monaten taucht in der Community immer wieder derselbe Vorschlag auf: GTA 6 aus Protest nicht kaufen, wegen der Entlassungen, wegen des Netflix-Deals, wegen der Preise. Jetzt haben sich die Menschen zu Wort gemeldet, in deren Namen ein Teil dieser Debatte geführt wird. Ihre Botschaft ist eindeutig.

Wir haben Jahre unseres Lebens in dieses Spiel gesteckt. Wir wollen nicht, dass ihr es boykottiert. Wir wollen, dass ihr uns helft, für Gerechtigkeit zu kämpfen.
Jack Hoxby, entlassener Rockstar-Entwickler, laut Kotaku
We poured years of our lives into helping build this game. We don't want you to boycott it. We want you to help us fight for justice.

Drei der 34 entlassenen Entwickler erklären im Video ihrer Gewerkschaft IWGB, warum sie von einem Boykott abraten.

Hoxby gehört zu den 34 Beschäftigten, die Rockstar Ende Oktober 2025 entlassen hat und deren Klage im September vor dem Arbeitsgericht landet. Ihre Gewerkschaft IWGB formuliert es laut GamesRadar noch direkter: Wer GTA liebt und Gewerkschaftsfeindlichkeit hasst, soll nicht das Spiel meiden. Er soll den Rechtsstreit unterstützen.

Was sie stattdessen vorschlagen

Statt eines Kaufverzichts bittet die Gruppe um Unterstützung über ein Solidaritäts-T-Shirt mit dem Aufdruck Rockstar 34. Die Eckdaten:

PunktAngabe
Preis25 Pfund, rund 29 Euro
Vorbestellbar bis30. August 2026, inzwischen beendet
Versandab Mitte September
Erlösvollständig an die Entlassenen und die Prozesskosten

Der Zeitpunkt war kein Zufall. Das Gerichtsverfahren über die Rechtmäßigkeit der Kündigungen hat am Donnerstag, dem 10. September begonnen und läuft laut Eurogamer bis zum 16. Oktober, endet also gut einen Monat vor dem Release am 19. November.

Wie der Prozess begonnen hat

Am Morgen des 10. September hat die Gewerkschaft IWGB vor dem Glasgow Tribunals Centre eine Kundgebung abgehalten, zum Auftakt der Schlussanhörung. Auf den selbstgemachten Schildern standen Sprüche wie „404: Rockstar's respect for workers not found". Eurogamer und PC Gamer haben den Tag dokumentiert.

Im Mittelpunkt stand die Rede von Rachel Crawford. Sie war Programmiererin bei Rockstar, hat an GTA 5 und Red Dead Redemption 2 gearbeitet und gehört zu den im Oktober 2025 Entlassenen. Aufgenommen hat die Rede Austin Kelmore, Mitgründer der IWGB Game Workers.

Der moderne Arbeitsplatz läuft auf Angst: Angst davor, den Mund aufzumachen, Angst vor Bestrafung, Angst vor der Kündigung, davor die Existenz zu verlieren und sogar das Zuhause.
Rachel Crawford, entlassene Rockstar-Programmiererin, laut Eurogamer
The modern workplace runs on fear: fear of speaking out, fear of being punished, fear of being fired, losing your livelihood and even your home

Sie schildert auch den Tag selbst. Am 30. Oktober 2025 sei sie ohne Vorwarnung und ohne klare Begründung entlassen worden, binnen Minuten habe sie das Gebäude verlassen, gedemütigt und beschämt. Seither gehe ihr der Tag nicht aus dem Kopf, mit der Frage, was sie hätte anders machen können.

Die Botschaft der Kundgebung war dieselbe wie im Video vom August, und das ist der Punkt, auf den es hier ankommt: kein Boykott, sondern Unterstützung über die Spendenkampagne.

Was vor Gericht verhandelt wird

Vor dem britischen Arbeitsgericht geht es um 31 Beschäftigte von Rockstar North in Edinburgh, so zählt Eurogamer. Die Gewerkschaft spricht insgesamt von 34 Entlassenen, daher der Name des Shirts. Der Vorwurf: Rockstar habe die Leute rechtswidrig entlassen und auf eine schwarze Liste gesetzt, weil sie Mitglieder der IWGB waren. Rockstar wollte die Klage Anfang des Jahres abweisen lassen und ist damit vor demselben Gericht gescheitert.

Die Forderung ist zweistufig. Die IWGB verlangt für die Kläger entweder die Wiedereinstellung oder eine Entschädigung, dazu die Feststellung, dass die Kündigungen unfair waren. Einen Termin für das Urteil nennt Eurogamer nicht. Der letzte Verhandlungstag liegt gut einen Monat vor dem Release, die Entscheidung kann also in die Startwoche fallen oder erst danach kommen.

Was das für die Boykott-Debatte heißt

Die Aussage der Betroffenen nimmt der Debatte ihr stärkstes Argument. Wer den Kaufverzicht bisher mit Solidarität begründet hat, muss zur Kenntnis nehmen, dass die Betroffenen selbst das Gegenteil wollen. IGN zitiert die Gruppe mit dem Hinweis, es gebe einen besseren Weg, sie zu unterstützen und Rockstar zugleich in die Verantwortung zu nehmen.

Dahinter steckt auch eine nüchterne Rechnung. Ein Boykott, der bei einem erwarteten Rekordstart nicht messbar wäre, hilft den Klägern nicht. Ein finanzierter Prozess schon.

Rufen die entlassenen Rockstar-Mitarbeiter zum Boykott von GTA 6 auf? Nein, im Gegenteil. Sie bitten Fans ausdrücklich, das Spiel zu kaufen und stattdessen ihren Rechtsstreit zu unterstützen.

Was ist das Rockstar-34-Shirt? Ein Solidaritäts-T-Shirt der Gewerkschaft IWGB für 25 Pfund, das bis zum 30. August vorbestellbar war. Der Erlös geht vollständig an die 34 Entlassenen und die Prozesskosten.

Wann entscheidet das Gericht über die Kündigungen? Die Schlussanhörung vor dem britischen Arbeitsgericht läuft seit dem 10. September 2026 und dauert bis zum 16. Oktober. Ein Urteilstermin ist nicht bekannt.

Hinweis: Vor Release beruhen viele Angaben auf Leaks, Trailern und Gerüchten und sind nicht offiziell bestätigt.

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