⌕
Karte
← Zurück

GTA 6 Fernseher: Was der TV können muss und was nicht

Eddy Hanné31.07.2026, 14:29 Uhr||Aktualisiert: 19.10.2026, 10:52 Uhr
GTA 6 Fernseher: Was der TV können muss und was nicht
Bild: KI-generiert · ViceGuide

Seit Rob Nelsons Aussage vom 27. August sind 30 Bilder pro Sekunde das Ziel für GTA 6 auf Konsolen, und damit stehen die Kaufkriterien für den Fernseher fester als vor dem Extended Look.

Auf einen Blick
  • Ein 4K-Fernseher mit HDR und Spielmodus reicht, ein Neukauf nur für GTA 6 ist unnötig.
  • Digital Foundry misst am Extended Look 1440p und stabile 30 Bilder auf der normalen PS5, ein 60er Modus ist offen.
  • Wer ohnehin neu kauft, nimmt 120 Hz, VRR und HDMI 2.1 mit. Der GameStar Talk nennt OLED für Vielspieler alternativlos, gute Mini-LEDs kommen nah heran.
  • Dolby Vision 2 und 8K spielen für GTA 6 keine Rolle, die PS5 kann nicht einmal das heutige Dolby Vision.

GTA 6 erscheint am 19. November 2026 für PS5 und Xbox Series X/S, beide Konsolen geben über HDMI 2.1 bis zu 4K mit 120 Hz aus. Was das Spiel daraus macht, ist seit dem 27. August klarer. Rob Nelson, Entwicklungschef bei Rockstar North, hat gegenüber dem brasilianischen Creator Davy Jones gesagt, dass GTA 6 auf Konsolen 30 Bilder pro Sekunde anpeilt. Push Square hat die Aussage aufgegriffen. Einen Tag später hat Digital Foundry die Videodatei des Extended Look vermessen: 1440p nativ auf der normalen PS5, stabile 30 Bilder. Daraus leiten sich alle Kaufkriterien ab.

Bildrate: 30 Bilder sind das Ziel, 60 bleiben offen

Ob zusätzlich ein Performance-Modus mit 60 Bildern kommt, wollte Nelson nicht sagen, er müsse das erst mit dem technischen Team klären. Zur PS5 Pro gibt es weiterhin keine Angabe. Digital Foundry hielt 60 Bilder schon im Juni für unwahrscheinlich, weil der Prozessor der Konsolen an der Simulation der offenen Welt hängt, wie TechRadar aus der Analyse zitiert. Am Extended Look sehen die Techniker dazu ausgiebiges Raytracing, und das macht einen 60er Modus teuer. Die ganze Herleitung steht im Artikel zur Bildrate von GTA 6.

Das ist ein Abtausch. Mit 30 fps kann man doppelt so viele Polygone darstellen wie mit 60. Bei einem kompetitiven Actionspiel würde man immer die hohe Bildrate wählen, aber bei GTA sind einem die visuellen Details vielleicht lieber.
Obbe Vermeij, früherer Technical Director bei Rockstar North, via GamesRadar
It's a trade off. At 30 fps you can render twice as many polygons compared to 60 fps. For a competitive action game you'd always go for the high framerate but for gta you might prefer the visual details.

Für den Fernseher heißt das: Erwartet werden 30 Bilder, und dafür reicht jedes 60-Hz-Gerät. Ein 120-Hz-Panel wird erst zur Voraussetzung, wenn Rockstar doch einen Modus mit 40 oder 60 Bildern nachliefert. Den 40er Modus hatte Digital Foundry im Juni ins Gespräch gebracht, wie ihn Sony-Titel wie Ratchet and Clank seit Jahren anbieten. Bestätigt hat Rockstar keinen von beiden.

Der Extended Look, laut Netflix komplett auf einer PS5 aufgenommen. Digital Foundry misst an der Datei 1440p und 30 Bilder pro Sekunde

Die Pflicht: 4K, HDR und ein ehrlicher Spielmodus

Die Optik des Extended Look lebt von Kontrast und Farbe: Neon bei Nacht, gleißende Sonne über den Keys, dunkle Sümpfe. Dafür braucht es ein 4K-Panel mit HDR, und das hat praktisch jeder Fernseher der letzten fünf, sechs Jahre. Im GameStar Talk vom 9. September fiel dem TV-Experten der Redaktion kein aktuelles Modell mehr ein, das HDR nicht beherrscht. Entscheidender ist der Spielmodus. Er schaltet die trägen Bildverbesserer ab und drückt die Eingabeverzögerung, ohne ihn fühlen sich Zielen und Fahren schwammig an. Besitzt euer Gerät einen automatischen Spielmodus (ALLM), aktiviert die Konsole ihn von selbst.

Ein Punkt kommt dazu, den die Kartons gern verschweigen: die Spitzenhelligkeit. HDR steht heute auf jedem Gerät, der Effekt hängt aber davon ab, wie hell das Panel wirklich wird. Der GameStar Talk zieht die Grenze bei rund 1.000 Nits. Moderne Mittelklasse-Fernseher liegen darüber, egal ob OLED, LCD oder QLED. Ein Panel, das bei 400 Nits dicht macht, zeigt HDR nur dem Namen nach, dann sieht das Bild in SDR oft besser aus. Zum Tragen kommt die Spitzenhelligkeit bei Autoscheinwerfern, Sternen und der Skyline bei Nacht, also genau dort, wo Vice City sein Neon zeigt.

Ob GTA 6 dieses HDR überhaupt ausreizt, ist seit dem Launch Trailer eine offene Frage. GamePro berichtet über eine Analyse von Filippo Tarpini, der als HDR- und Color-Grading-Spezialist unter anderem Control um HDR erweitert hat. Tarpini hat sich das unkomprimierte Material des Launch Trailers auf Rockstars Website angesehen und dort eine Verschiebung von Blau zu Lila gefunden, etwa in der Szene, in der Jason und Lucia in einen Pool springen, dazu rosa Verläufe um rote Lichter. Beides sei typisch für das Tone-Mapping-Verfahren AgX, das Farbtöne verschiebt, weil es keine automatische Anpassung der Farbskala hat. Digital Foundry greift das in seiner Trailer-Analyse auf und vermutet, dass die HDR-Ausgabe dann aus dem SDR-Bild hochgerechnet würde, ausdrücklich als Annahme.

Für den Fernseherkauf ändert das nichts, aus zwei Gründen. Erstens ist der Trailer eine Videodatei in SDR, über die HDR-Ausgabe des fertigen Spiels sagt er nur indirekt etwas. Zweitens bleibt ein HDR-Panel mit hoher Spitzenhelligkeit auch dann die richtige Wahl, wenn GTA 6 es nur zur Hälfte nutzt, der nächste Titel tut es dann. Wer HDR-Fehler sieht, schaltet die Funktion in den Konsolen-Einstellungen für das Spiel ab, der Rest des Geräts bleibt davon unberührt.

Wer einen ordentlichen 4K-Fernseher besitzt, muss für GTA 6 also nichts Neues kaufen. Das Spiel wird auch auf einem fünf Jahre alten Mittelklasse-Gerät stark aussehen.

Die Kür: 120 Hz, VRR und HDMI 2.1

Anders sieht die Rechnung aus, wenn ohnehin ein neuer Fernseher ansteht. Dann nehmt drei Dinge mit. Ein 120-Hz-Panel ist die Eintrittskarte für einen möglichen Modus mit 40 oder 60 Bildern. VRR, die variable Bildwiederholrate, fängt Schwankungen ab, wenn die Bildrate in der offenen Welt kurz einbricht. Und HDMI 2.1 überträgt beides erst in voller Qualität. Der GameStar Talk fasst es zu einem Grundsatz zusammen: Ein Gaming-Fernseher sollte mehr als 60 Bilder darstellen können, und wer 120 Hz oder mehr bietet, hat die übrigen Spielefunktionen praktisch immer an Bord. Ab der Mittelklasse ist dieses Paket Standard, der Aufpreis gegenüber einem reinen 60-Hz-Gerät klein.

Ein viertes Kriterium steht in keinem Datenblatt: die Geschwindigkeit der Menüs. Der Moderator der GameStar-Runde zahlt lieber 100 Euro mehr, als bei jedem Tastendruck eine Sekunde zu warten. LGs Bedienung hielten zwei der drei für die angenehmere, Samsungs Tizen fiel bei beiden durch. Im Laden lässt sich das in einer Minute prüfen.

MerkmalWas es für GTA 6 bringtEinordnung
4K mit HDRDie Optik aus Neon und Sonnenlicht kommt nur so zur GeltungPflicht
Spielmodus mit ALLMSenkt die Eingabeverzögerung beim Zielen und FahrenPflicht
Spitzenhelligkeit ab rund 1.000 NitsErst damit wirkt HDR bei Scheinwerfern und SkylineSehr sinnvoll
VRRFängt Bildratenschwankungen in der offenen Welt abSehr sinnvoll
120-Hz-PanelVoraussetzung für einen möglichen 40er oder 60er ModusKür
HDMI 2.1Überträgt 4K mit 120 Hz und VRR in voller QualitätKür
Dolby Vision 2Noch keine Inhalte, die PS5 kann kein Dolby Vision in SpielenUnnötig
8KKeine Inhalte, Unterschied zu 4K unter 100 Zoll nicht sichtbarUnnötig

OLED oder Mini-LED: Was der GameStar Talk empfiehlt

Wer auf dem neuen Fernseher viel spielt, ob mit Konsole oder PC, kommt laut dem TV-Experten im GameStar Talk an OLED nicht vorbei, er nennt die Technik für diesen Fall alternativlos. Der Grund ist die Bewegungsdarstellung: Spiele laufen schneller als Filme, und ein OLED wechselt am schnellsten zwischen den Bildern, ohne Schlieren. Dazu kommt das perfekte Schwarz, weil jeder Bildpunkt einzeln abschaltet. Der Haken ist der Preis. Gute Mini-LED-Fernseher mit 144 Hz und denselben Spielefunktionen hält die Runde für bestens geeignet, im direkten Vergleich sähe man kleinere Unterschiede.

Zwei neue Techniken drängen 2026 auf den Markt und werben mit dem Etikett OLED-Killer. RGB-Mini-LED ersetzt die weiße Hintergrundbeleuchtung durch farbige Leuchtdioden, das bringt mehr Farbe und eine enorme Spitzenhelligkeit. Der Experte der Runde hat selbst ein Sony-Spitzenmodell mit dieser Technik zu Hause und nennt über 4.000 Nits. Die Schwäche sitzt an den Kontrastkanten, wo die Farben ineinander strahlen, und im Preisvergleich mit OLED verliert Sony deutlich. Super Quantum Dot, ein Begriff aus der Werbung von TCL, verbessert die Farbkristalle klassischer QLED-Panels. Die Runde nennt es einen kleinen Schritt zum gleichen Preis, mitnehmen ja, dafür kaufen nein. OLED bleibt, weil kein LCD einen Bildpunkt wirklich ausschalten kann.

Dolby Vision 2 und 8K: Was ihr getrost ignorieren könnt

Dolby Vision 2 heißt der kommende HDR-Standard von Dolby. Er soll dem Fernseher künftig mitteilen, wie glatt eine Szene laufen soll, damit das Gerät selbst zwischen Zwischenbildberechnung und puristischen 24 Bildern umschaltet. Dazu kommen besseres Schwarz und ein Lichtsensor, so der GameStar Talk. In den Geräten angekommen ist das noch nicht. Es ist vor allem Software und kann bei genug Prozessorleistung per Update nachkommen. Der Experte der Runde geht davon aus, dass Philips, TCL und Hisense bereits Geräte gezeigt haben, die es nachgereicht bekommen. Für GTA 6 spielt das keine Rolle. Erstens fehlen laut der Runde schlicht die Inhalte. Zweitens beherrscht die PS5 nicht einmal das heutige Dolby Vision in Spielen, sie gibt HDR10 aus. Die Xbox Series X und S können es seit September 2021, wie Video Games Chronicle berichtete. GTA 6 müsste es trotzdem selbst unterstützen, und dazu hat Rockstar nichts gesagt.

8K ist die zweite Zahl, die ihr streichen könnt. Es gibt keine 8K-Inhalte, und den Unterschied zu 4K sieht man laut GameStar Talk erst ab rund 100 Zoll Bilddiagonale, vom Sofa aus bei einem 65-Zöller praktisch nie. GTA 6 rendert auf der normalen PS5 laut Digital Foundry ohnehin in 1440p.

Zwei Geräte, die das Profil erfüllen

Wir testen keine Fernseher selbst. Die Auswahl richtet sich streng nach der Ausstattungsliste: 4K, HDMI 2.1, mindestens 120 Hz, VRR und ein Spielmodus. Der Hisense U7Q von 2025 erfüllt das Profil mit Mini-LED-Panel und Game Mode Pro zum Mittelklasse-Preis. Und wer das Maximum für dunkle Vice-City-Nächte will, landet beim OLED: LGs C-Reihe gilt seit Jahren als Referenz für Konsolenspieler, der C5 liefert perfektes Schwarz und VRR bis 144 Hz. Das deckt sich mit der Empfehlung aus dem GameStar Talk: OLED, wenn das Budget reicht, sonst ein guter Mini-LED mit 120 Hz und mehr.

Welche Konsole am anderen Ende des Kabels hängt, klärt unser Plattform-Vergleich. Und ob die PS5 Pro fürs Bild wirklich etwas ändert, steht im Vergleich von PS5 und PS5 Pro.

Braucht man für GTA 6 einen 120-Hz-Fernseher? Nein. Rockstar peilt 30 Bilder pro Sekunde an, dafür reicht jedes 60-Hz-Gerät. Ein 120-Hz-Panel wird erst interessant, falls ein Modus mit 40 oder 60 Bildern nachkommt. Den hat Rockstar bisher weder zugesagt noch ausgeschlossen.

Läuft GTA 6 in 4K und HDR? Digital Foundry misst am Extended Look und am Launch Trailer eine native Auflösung von 1440p auf der normalen PS5, hochgerechnet auf 4K. Zur HDR-Ausgabe hat Rockstar nichts gesagt. Der Spezialist Filippo Tarpini sieht im Launch Trailer laut GamePro Hinweise auf ein Tone-Mapping, das Farben verschiebt, ob das fertige Spiel echtes HDR liefert, ist offen.

Reicht ein Full-HD-Fernseher für GTA 6? Zum Spielen ja, das Spiel läuft an jedem Fernseher mit HDMI-Anschluss. Die Optik verliert aber deutlich, vor allem die HDR-Kontraste fehlen komplett.

OLED oder Mini-LED für GTA 6? Der GameStar Talk nennt OLED für Vielspieler alternativlos, wegen der Bewegungsschärfe und des perfekten Schwarz. Gute Mini-LED-Geräte mit 120 oder 144 Hz sind die günstigere Wahl und zum Spielen bestens geeignet, der Abstand ist klein.

Braucht GTA 6 Dolby Vision 2 oder 8K? Nein. Für Dolby Vision 2 gibt es noch keine Inhalte, und die PS5 unterstützt nicht einmal das heutige Dolby Vision in Spielen. 8K-Inhalte existieren nicht, den Unterschied zu 4K sieht man laut GameStar Talk erst bei über 100 Zoll.

Hinweis: Vor Release beruhen viele Angaben auf Leaks, Trailern und Gerüchten und sind nicht offiziell bestätigt.

Dazu in der Datenbank
Alle 11 Rubriken der Datenbank →

Mehr Artikel