GTA 6 FPS: 30 Bilder sind das Ziel, 60 bleiben offen
Rockstar-Entwicklungschef Rob Nelson hat am 27. August erstmals eine Bildrate genannt: GTA 6 zielt auf Konsolen auf 30 Bilder pro Sekunde.
- 30 Bilder pro Sekunde sind laut Rob Nelson die Zielmarke auf Konsolen.
- Digital Foundry misst an der Videodatei 1440p nativ und eine stabile Ausgabe von 30 Bildern.
- Ob ein Performance-Modus mit 60 Bildern zum Verkaufsstart dabei ist, wollte Nelson ohne Rücksprache mit dem technischen Team nicht sagen.
- Zur PS5 Pro gibt es weiterhin keine Angabe. Rockstar will darüber noch nicht sprechen.
Am 27. August hat Rockstar erstmals eine Zahl geliefert, wenn auch auf Umwegen. Rob Nelson, Entwicklungschef und Co-Studiochef von Rockstar North, hat gegenüber dem brasilianischen Creator Davy Jones gesagt, dass GTA 6 auf Konsolen 30 Bilder pro Sekunde anpeilt. Ob es zum Verkaufsstart zusätzlich einen Performance-Modus mit 60 Bildern gibt, wollte er nicht sagen. Er müsse das erst mit dem technischen Team klären.
Push Square, Kotaku und GamePro haben die Aussage aufgegriffen. Damit ist die Zahl nicht mehr eine Rechnung an einem geleakten Video, sondern eine Angabe aus dem Studio. Sie ist trotzdem keine Pressemitteilung: Rockstar selbst hat zur Bildrate weiterhin nichts veröffentlicht.
Damit ist die Rechnung, die im August durch die Community ging, nachträglich zum richtigen Ergebnis gekommen, allerdings aus dem falschen Grund. Das Fan-Konto GTA 6 Info hatte in einem geleakten Clip 2.040 Einzelbilder auf 68 Sekunden gezählt, GameStar berichtete am 19. August von einem Konsens daraus. Warum diese Zählung trotzdem nichts beweist, steht weiter unten.
Was der 27. August wirklich geklärt hat
Das Video selbst hat nichts bewiesen, und das war absehbar. Die Präsentation ist ein fertig gerendertes 30er-Video, genau wie die geleakten Clips. Geklärt hat die Frage das Gespräch daneben.
Für die PS5 Pro gibt es weiterhin keine Angabe. Rockstar hat gegenüber GameSpot ausdrücklich gesagt, man sei noch nicht so weit, über die Verbesserungen auf der Pro zu sprechen. Wer auf einen 60er Modus dort hofft, hat dafür bislang keinen Beleg.
Warum ein geleakter Clip keine Bildrate beweist
Was in einem Video steckt, ist die Bildrate des Videos, nicht die des Spiels. Zwischen dem laufenden Spiel und dem Clip auf dem Bildschirm liegen mindestens drei Stationen: die Aufnahme, das Umwandeln in eine Datei und der Upload auf eine Plattform. Jede dieser Stationen legt eine eigene Bildrate fest. 30 Bilder sind dabei der Standardwert, den Aufnahmewerkzeuge und Plattformen ohne Rückfrage setzen.
Dazu kommt das Alter. Die Metadaten der Clips zeigen Ende 2023, für einen Clip spricht ein Song von Anfang 2025 gegen dieses Datum, mehr dazu in unserem Artikel zum Leak vom 18. August. In beiden Fällen ist es Material aus der Entwicklung. Ein Entwicklungsstand läuft mit angeschalteten Prüfwerkzeugen und ohne die Optimierung, die in den letzten Monaten vor dem Verkaufsstart passiert. Wer daraus die Leistung der fertigen Fassung ableitet, misst das falsche Spiel.
Der zweite Teil der Community-Rechnung geht ohnehin in die andere Richtung. Zu denselben Clips kursieren Videos mit 60 Bildern im Titel, und in einzelnen Passagen wirkt die Bewegung tatsächlich flüssiger. Beides kann nicht stimmen, und genau das ist der Punkt: Aus diesem Material lässt sich die Frage nicht beantworten.
Was tatsächlich belegt ist: zwei Modi ohne Zahlen
Der einzige schriftliche Hinweis stammt nicht von Rockstar, sondern aus dem Handel. Auf der Vorbesteller-Seite von Media Markt in Polen stand im Juni 2026 in einer FAQ, dass die Konsolenfassung zwei Grafikmodi bietet, Performance und Qualität. Beebom hat das aufgegriffen. Zahlen nennt der Text nicht, weder Auflösung noch Bilder pro Sekunde, dafür Nebensächlichkeiten wie die Haptik des DualSense und kurze Ladezeiten über die SSD.
Eine Händler-FAQ ist kein Datenblatt. Solche Seiten übernehmen Textbausteine von anderen Produkten, und sie stehen dort Monate vor dem Verkaufsstart. Als Hinweis ist sie brauchbar, als Beleg für eine Bildrate nicht, schon weil überhaupt keine drinsteht.
Der Bericht, an dem alles hängt
Konkret wird es nur an einer Stelle, und die ist ein Podcast. Die polnische Sendung Rock and Borys berief sich am 29. Juni auf eine Quelle in der Nähe von Rockstar, Insider Gaming hat die Angaben zusammengefasst: ein Qualitätsmodus mit 30 Bildern und ein Performance-Modus mit 60, letzterer sei sehr wahrscheinlich, aber nicht sicher zum Start fertig. Sollte er den Termin verpassen, käme er per Update nach.
Für die Xbox Series S sieht es in diesem Bericht schlechter aus. Dort ist nur der 30er Modus gesetzt, an 60 werde noch gearbeitet. Wer die kleine Xbox hat, sollte mit dem Qualitätsmodus rechnen und sich freuen, wenn mehr kommt.
Der Absender ist dabei keine Zufallsquelle. Moderator Borys Niespielak hat vor der offiziellen Ankündigung korrekt über die Erweiterung von The Witcher 3 berichtet. Das macht ihn nicht zur Urkunde, aber es unterscheidet ihn von einem anonymen Konto. Bestätigt ist trotzdem nichts, und Rockstar hat zur Leistung auf keiner Plattform ein Wort gesagt.
| Plattform | Stand nach dem 27. August | Quelle |
|---|---|---|
| PS5 | 30 Bilder angepeilt, Performance-Modus offen | Rob Nelson gegenüber Davy Jones |
| PS5 Pro | keine Angabe, Rockstar will noch nicht darüber sprechen | Rockstar gegenüber GameSpot |
| Xbox Series X | keine eigene Angabe, dieselbe Zielmarke erwartet | kein Beleg |
| Xbox Series S | nur 30 Bilder laut älterem Bericht | Rock and Borys über Insider Gaming |
| PC | keine Fassung zum Verkaufsstart | Rockstar |
Was Rockstars eigene Geschichte hergibt
Ein Blick zurück ordnet die Erwartungen besser als jede Rechnung. GTA 5 lief 2013 auf Konsolen mit 30 Bildern, Red Dead Redemption 2 tat 2018 dasselbe. Einen Performance-Modus mit 60 Bildern bekam GTA 5 erst im März 2022, neun Jahre nach dem Verkaufsstart, mit der Fassung für PS5 und Xbox Series. Das Muster ist also nicht 60 zum Start, sondern 60 später.
Für die PS5 Pro gilt dasselbe Prinzip wie schon bei den technischen Daten: Mehr Leistung landet bei Rockstar traditionell in Auflösung und Bildqualität, nicht in der Bildrate. Was das für die beiden Sony-Konsolen bedeutet, steht in unserem Vergleich zu PS5 und PS5 Pro.
Was der 27. August klärt und was nicht
Der Extended Look lief am 27. August, alle Termine dazu stehen in unserem Artikel zum Extended Look. Die Erwartung, dass das Video die Bildratenfrage klärt, hat sich nicht erfüllt. Ein Video ist kein Messwert, genau wie beim geleakten Material. Geantwortet hat stattdessen ein Entwickler im Interview.
Offen bleibt trotzdem der wichtigste Teil. Ein Ziel ist keine Messung, und Nelsons Antwort zum Performance-Modus war ein Achselzucken. Bis dahin gilt: 30 Bilder sind das Ziel, 60 sind nicht ausgeschlossen und nicht versprochen.
Digital Foundry hat nachgemessen
Einen Tag nach der Präsentation hat Digital Foundry die herunterladbare Videodatei durchgesehen, und damit liegt zum ersten Mal eine Messung statt einer Ansage vor. Das Ergebnis: eine native Auflösung von 1440p auf der normalen PS5, dazu eine stabile und gleichmäßig verteilte Ausgabe von 30 Bildern pro Sekunde mit nur vereinzelten Aussetzern einzelner Bilder. Eine dynamische Auflösung, die bei Belastung heruntergeht, konnten sie in diesem Material nicht erkennen.
Wichtig bleibt die alte Einschränkung: Gemessen ist eine Videodatei, nicht das laufende Spiel. Für die Auflösung ist das trotzdem aussagekräftig, weil sich das Bild dort direkt vermessen lässt. Für die Bildrate bleibt es eine Anzeige und kein Beweis.
Digital Foundry sieht außerdem ausgiebigen Einsatz von Raytracing, sowohl bei den Spiegelungen als auch bei der indirekten Beleuchtung. Genau das ist der Grund, warum ein Modus mit 60 Bildern teuer wäre: Wer die Bildrate verdoppeln will, muss entweder die Auflösung senken oder solche Systeme abschalten.
Digital Foundry geht ab Minute 11:41 auf die Bildrate ein, ab 22:39 auf die Auflösung
Was Technikanalysten davon halten
GamesRadar hat mehrere Analysten befragt, und deren Einschätzung ist deutlich: Ein Modus mit 60 Bildern sei auf Konsole unwahrscheinlich und selbst auf dem PC eine echte Herausforderung. Push Square zitiert Techniker, die die Präsentation als beeindruckendste Echtzeit-Darstellung bezeichnen, die sie bisher gesehen haben.
Dazu passt eine Beobachtung von TGG, der bei Rockstar North zusehen durfte. Er beschreibt, was er dort auf dem Bildschirm hatte, als 4K bei 30 Bildern auf einer normalen PS5, nicht auf einer Pro.
Läuft GTA 6 mit 60 FPS? Nicht zum Start, jedenfalls nicht bestätigt. Rob Nelson hat am 27. August gesagt, dass 30 Bilder das Ziel sind. Zu einem zusätzlichen Performance-Modus wollte er sich ohne Rücksprache mit dem technischen Team nicht äußern.
Wie viele FPS hat das geleakte GTA-6-Gameplay? Die kursierende Rechnung kommt auf 30 Bilder pro Sekunde. Das ist die Bildrate der Videodatei, nicht die des Spiels: Aufnahme, Umwandlung und Upload legen jeweils eigene Werte fest, und das Material stammt aus einem älteren Entwicklungsstand.
Läuft GTA 6 auf der Xbox Series S mit 60 FPS? Danach sieht es nicht aus. Ein älterer Bericht des Podcasts Rock and Borys nennt für die kleine Xbox nur einen Modus mit 30 Bildern. Rockstar hat sich zu einzelnen Plattformen nicht geäußert.
Wann sagt Rockstar etwas zur Bildrate? Eine offizielle Mitteilung gibt es bis heute nicht. Die einzige Zahl stammt aus einem Gespräch von Rob Nelson mit einem eingeladenen Creator am 27. August. Belastbare Messwerte kommen erfahrungsgemäß erst mit den Tests zum Verkaufsstart.
Läuft GTA 6 auf der PS5 Pro mit 60 FPS? Dazu gibt es keine Angabe. Rockstar hat gegenüber GameSpot gesagt, man wolle über die Verbesserungen auf der PS5 Pro noch nicht sprechen. Alles andere ist Vermutung.
Hinweis: Vor Release beruhen viele Angaben auf Leaks, Trailern und Gerüchten und sind nicht offiziell bestätigt.
