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Streikdrohung bei Rockstar: Wackelt der GTA-6-Termin?

Eddy Hanné21.07.2026, 00:00 Uhr||Aktualisiert: 18.08.2026, 23:42 Uhr
Streikdrohung bei Rockstar: Wackelt der GTA-6-Termin?
Bild: Rockstar
Teils bestätigt. Der Streit ist real und läuft vor Gericht, eine Verschiebung des Release gilt aber als unwahrscheinlich.

Ende Juni haben Beschäftigte der britischen Rockstar-Studios formell die Anerkennung ihrer Gewerkschaft beantragt, und ein Streik vor dem Launch ist nicht vom Tisch.

Auf einen Blick
  • Eine Verschiebung des 19. November erwartet niemand ernsthaft.
  • Das erste Treffen am 22. Juli verlief konstruktiv, anerkannt ist die Gewerkschaft aber weiter nicht.
  • Nächster Streitpunkt ist die Bargaining Unit, also wen die Gewerkschaft überhaupt vertreten darf.
  • Ein Streik in der Crunch-Endphase träfe Rockstar an der empfindlichsten Stelle und könnte die Startwoche holprig machen.
  • Der Kündigungsprozess läuft vom 10. September bis 15. Oktober, also bis kurz vor den Release.

Getragen wird der Antrag von der IWGB, der Independent Workers Union of Great Britain, über deren Game-Workers-Zweig. Betroffen sind fünf britische Standorte: Edinburgh, Dundee, Lincoln, Leeds und London. Die internationalen Büros bleiben außen vor. Die Gewerkschaft gibt an, einen erheblichen Teil der Belegschaft zu vertreten. Rockstar hat rund zehn Arbeitstage Zeit zu reagieren. Erkennt das Unternehmen die Gewerkschaft nicht freiwillig an, geht der Fall vor das Central Arbitration Committee, das eine Anerkennung erzwingen kann.

Wir haben heute die Anerkennung bei Rockstar Games beantragt und fordern Rockstar auf, sich mit den Beschäftigten zusammenzusetzen und eine Vereinbarung für gute Arbeitsbedingungen, Fairness und ein Mitspracherecht zu treffen.
IWGB, zum Anerkennungsantrag
Today, we've filed for recognition with Rockstar Games, asking Rockstar to meet with their workers to agree a deal for good working conditions, fairness and a say at work.

Die Vorgeschichte

Ende Oktober 2025 entließ Rockstar 34 Beschäftigte, 31 in Großbritannien und drei in Kanada, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Die Betroffenen sagen, sie seien wegen gewerkschaftlicher Organisation über einen privaten Discord gefeuert worden. Rockstar spricht von der Weitergabe vertraulicher Informationen zu GTA 6 und anderen unangekündigten Projekten. Die Gewerkschaft sieht darin einen Vorwand gegen die Organisierung.

Der Streit landet vor Gericht

Aus den Kündigungen ist längst ein Rechtsstreit geworden. Wie der Guardian berichtet, hat ein Arbeitsgericht Rockstars Versuch abgewiesen, den Umfang der zulässigen Union-Busting-Belege einzugrenzen. Die IWGB darf ihre Beweise damit breiter vortragen, und die separate Klage wegen Blacklisting bleibt zugelassen. Inzwischen steht auch der Zeitrahmen: Verhandelt wird laut Game Developer vom 10. September bis zum 15. Oktober 2026. Das Verfahren läuft damit bis rund fünf Wochen vor den Release.

Im August melden sich die entlassenen Entwickler selbst zu Wort und bitten um Unterstützung für genau dieses Verfahren.

Was die Belegschaft fordert

Fünf Kernforderungen hat die Gewerkschaft laut PC Guide beim ersten Treffen vorgelegt:

Ende des unbezahlten Crunch

Transparenz bei Gehältern und Boni

Rückkehr zu flexiblem Arbeiten

Schutz vor weiteren Entlassungen

Keine KI, die Beschäftigte ersetzt

Zum Vorbild nimmt die IWGB ausdrücklich das Studio ZA/UM, das als erstes britisches Spielestudio eine Gewerkschaft anerkannt hat. Rockstar teilte IGN mit, man habe die Anfrage erhalten und werde ein Treffen arrangieren.

Das erste Treffen ist gelaufen

Am 22. Juli hat die Gewerkschaft das erste formelle Treffen öffentlich gemacht, und der Ton ist versöhnlicher, als der Rechtsstreit vermuten lässt. Die IWGB nennt das Gespräch einen Schritt in die richtige Richtung, wie GamesRadar berichtet, und beide Seiten sprechen von einem gemeinsamen Fahrplan für zügige Verhandlungen. Eine echte Anerkennung ist damit nicht erreicht. Rockstar will laut PC Guide erst verhandeln und danach entscheiden, ob es die Gewerkschaft freiwillig anerkennt.

Der nächste Schritt klingt technisch und entscheidet trotzdem viel: Beide Seiten legen zunächst die Bargaining Unit fest, also den Kreis der Beschäftigten, für die die Gewerkschaft überhaupt sprechen darf. Je enger dieser Kreis gefasst wird, desto weniger wiegt eine spätere Anerkennung. Kommt keine freiwillige Einigung zustande, bleibt der Weg über das Central Arbitration Committee.

Was das für den 19. November bedeutet

Realistisch gesehen wenig, aber nicht nichts. Eine dritte Verschiebung erwartet niemand ernsthaft. Ein Streik in der Endphase, in der laut Aussagen von Entwicklern Crunch praktisch eingeplant ist, träfe Rockstar aber an der empfindlichsten Stelle. Selbst ohne formale Verschiebung könnte er sich in Bugs und einer holprigen Startwoche niederschlagen. Take-Two hat seine gesamte Jahresprognose von 8,0 bis 8,2 Milliarden Dollar an diesen Launch gehängt. Der Druck, sich zu einigen, liegt damit am Ende eher auf der Konzernseite als auf der Belegschaft.

Hat sich Rockstar mit der Gewerkschaft getroffen? Ja. Das erste formelle Treffen wurde am 22. Juli bekannt, die Gewerkschaft bezeichnet es als Schritt in die richtige Richtung. Eine formale Anerkennung ist damit nicht verbunden, Rockstar will zuerst verhandeln.

Wird GTA 6 wegen des Streits verschoben? Danach sieht es nicht aus. Der Release am 19. November gilt als sicher, ein Streik würde eher die Startphase mit Patches und Hotfixes treffen.

Warum wurden 2025 Beschäftigte entlassen? Rockstar nennt die Weitergabe vertraulicher Informationen über einen privaten Discord. Die Gewerkschaft sieht darin einen Vorwand gegen die Organisierung, ein Arbeitsgericht verhandelt den Fall ab dem 10. September 2026.

Wann entscheidet das Gericht über die Kündigungen? Das Verfahren läuft vom 10. September bis zum 15. Oktober 2026, endet also rund fünf Wochen vor dem GTA-6-Release am 19. November.

Was passiert, wenn Rockstar die Gewerkschaft nicht anerkennt? Dann kann die IWGB das Central Arbitration Committee anrufen, das eine Anerkennung unter bestimmten Bedingungen erzwingen kann.

Hinweis: Vor Release beruhen viele Angaben auf Leaks, Trailern und Gerüchten und sind nicht offiziell bestätigt.

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Kommentare 1

Evgenij17.07.2026, 06:40 Uhr
Hab gehört, dass alte Projekte von Rockstar wie Wolf of Wallstreet abliefen. Sollen wilde Zeiten gewesen sein.