GTA 6 Autos stehlen: Ein Knopfdruck reicht nicht mehr
Seit 1997 reicht in Grand Theft Auto ein Knopfdruck, um ein fremdes Auto zu starten, und genau das schafft Rockstar in GTA 6 ab.
- Fahrzeuge haben Sicherheitsstufen. Ein alter Kombi geht mit dem Blechstreifen auf, ein Neuwagen braucht einen Schlüsselkloner.
- Eine Handy-App namens Waink scannt Autos aus der Entfernung und zeigt Schloss, Alarm, Tracker, Verkaufswert und Anmeldekosten.
- Teure Wagen tragen Ortungsgeräte. Manche verraten euch, sobald ihr zu langsam fahrt.
- Gestohlene Autos lassen sich bei einem Hehler verkaufen oder gegen Geld auf euch anmelden.
- Zum Start gibt es drei Stellplätze, gestohlene Wagen verschwinden nach einem Neustart, und dieselbe Pay 'n' Spray nimmt nicht sofort den nächsten.
Rob Nelson, Co-Studiochef von Rockstar North, hat es gegenüber IGN so begründet, dass in der alten Lösung Spielmöglichkeiten brachlagen. Wenn jedes Auto gleich leicht aufgeht, hat die Wahl des Autos keine Bedeutung.
Wir haben ein paar Abstufungen in die Fahrzeuge eingebaut. Früher konntet ihr einfach Dreieck drücken, jedes beliebige Fahrzeug kurzschließen und losfahren. Wir fanden, dass damit eine Menge Spielmöglichkeiten liegen blieben.Rob Nelson, Co-Studiochef Rockstar North, gegenüber IGNWe have put some layers of stratification into the vehicles. Previously, you could just press triangle to automatically hotwire and steal any vehicle that you wanted and take off. We felt like that left a lot of potential gameplay on the table.
IGN hat sich das neue System von Rob Nelson erklären lassen und geht die Werkzeuge einzeln durch
Drei Wege in ein fremdes Auto
Im Extended Look sind zwei davon zu sehen. Jason schiebt einen Blechstreifen zwischen Scheibe und Dichtung und hebt damit die Verriegelung an. Das ist der leise Weg, und er funktioniert bei alten, billigen Wagen. Der laute Weg ist die eingeschlagene Scheibe, und der zieht Aufmerksamkeit nach sich.
Der dritte Weg ist neu für die Serie. Moderne Autos haben elektronische Schlüssel, und dafür braucht ihr ein Klongerät. Das gibt es nicht von Anfang an: manche Werkzeuge schaltet ihr erst im Lauf der Geschichte frei. Damit wird aus dem Autodiebstahl eine Fortschrittslinie statt einer festen Fähigkeit.
| Fahrzeugtyp | Was ihr braucht | Aufwand |
|---|---|---|
| Alter Kombi oder Lieferwagen | Blechstreifen oder Ellbogen | Leicht |
| Mittelklasse mit Alarm | Blechstreifen und schnell weg | Mittel |
| Neuwagen mit Funkschlüssel | elektronischer Schlüsselkloner | Schwer |
| Fahrzeug mit Ortung | zusätzlich ein Hehler für den Tracker | Schwer |
Die App, die euch das Auto vorher durchleuchtet
Damit ihr nicht raten müsst, gibt es eine Handy-App namens Waink. Ihr haltet das Telefon in Richtung eines Wagens, und die App liest aus, was ihn schützt und was er wert ist. Angezeigt werden laut IGN und Kotaku das Schloss und die Art des Alarms. Dazu ein vorhandener Tracker, der Verkaufswert und der Betrag, den die Anmeldung als eigenes Fahrzeug kostet.
Der letzte Punkt ist der interessanteste. Jason und Lucia können jeweils mehrere eigene Fahrzeuge besitzen, vorausgesetzt das Geld und der Garagenplatz sind da. Aus einem geklauten Wagen wird also entweder Bargeld oder Besitz, und die App sagt euch vorher, was sich mehr lohnt.
Ortungsgeräte machen die Flucht kompliziert
Teure Fahrzeuge tragen Tracker. Fortgeschrittene Varianten melden eure Position an die Polizei, sobald ihr unter eine bestimmte Geschwindigkeit fallt. Wer damit gemütlich im Verkehr mitschwimmt, hat in Kürze Besuch.
Laut TGG, der Rockstar North besuchen durfte, gilt das ausnahmslos für Polizeifahrzeuge. Ein gestohlener Streifenwagen ist damit fast nicht abzuschütteln. Entfernen lässt sich ein Tracker beim Hehler, und diese Fähigkeit muss erst freigeschaltet werden.
Der Hehler ist neu und wird wichtig
Aus Red Dead Redemption 2 kennt man den Hehler als Abnehmer für Diebesgut. In GTA 6 kauft er auch Autos. Damit gibt es zum ersten Mal in der Einzelspielerkampagne einen verlässlichen Weg, aus einem gestohlenen Wagen Geld zu machen, ohne dass eine Mission das vorgibt.
Wie viel dabei herauskommt, hängt am Zustand und am Tracker. Ein Käufer, der etwas auf sich hält, will das Ortungsgerät vorher draußen haben. Wer eine schnelle Mark machen will, zahlt also erst für die Entfernung.
Warum das die Verfolgungsjagden verändert
Der praktische Effekt zeigt sich in der Flucht. Wenn nicht mehr jeder Wagen sofort aufgeht, könnt ihr nicht mehr aus dem einen Auto steigen und ins nächste hüpfen. Nelson sagt dazu gegenüber IGN, dass die Straßen in Leonida schmaler und der Verkehr dichter sind, was das Fahren fordernder macht.
Zusammen mit dem neuen Fahndungssystem ergibt das eine andere Fluchtlogik als in GTA 5. Dort war Wegfahren die Antwort auf alles. Hier ist es manchmal besser, zu Fuß in eine Seitengasse zu verschwinden.
Was offen bleibt
Wie viele Sicherheitsstufen es gibt, hat Rockstar nicht gesagt. Auch nicht, wann welches Werkzeug freigeschaltet wird und was ein Auto beim Hehler durchschnittlich bringt. GamesRadar hält fest, dass Nelson beim Thema Werkzeuge bewusst vage geblieben ist. Die Frage nach den Stellplätzen hat er später bei Famitsu beantwortet, dazu der Abschnitt weiter unten.
Zwei Punkte, die den Diebstahl teuer machen
Der erste betrifft den Bestohlenen. Wer jemanden aus dem fahrenden Verkehr zieht, hat einen Zeugen mit Telefon hinterlassen. Der Fahrer ruft die Polizei, sobald er wieder steht, es sei denn, man kümmert sich vorher um ihn. Damit wird ein geparkter Wagen oft die bessere Wahl, auch wenn er länger dauert.
Der zweite betrifft den Blechstreifen. Er ist kein Knopfdruck. IGN beschreibt eine Eingabe zum richtigen Zeitpunkt, Boomstick Gaming eine Suche nach dem Punkt, an dem das Schloss nachgibt. Wer es eilig hat, schlägt stattdessen die Scheibe ein. Das geht schneller und macht Lärm.
Ein gestohlenes Auto ist noch nicht euer Auto
Der Wagen in der eigenen Garage gehört euch nicht dadurch, dass er dort steht. Er gilt weiter als gestohlen, und die Polizei kann das später bemerken. Erst die Anmeldung gegen Gebühr macht ihn zum eigenen Fahrzeug, und was das kostet, zeigt die Waink-App vorher an. Teure Wagen lassen sich am Anfang überhaupt nicht anmelden, die Möglichkeit wird laut TGG erst im Lauf der Geschichte freigeschaltet.
Beim Verkauf gilt dasselbe von der anderen Seite. Ein Hehler nimmt am Anfang keine Hypercars an, sondern winkt ab. Erst später wächst mit dem Fortschritt auch die Preisklasse, die er anfasst.
Was Nelson bei Famitsu nachgelegt hat
Im Interview mit dem japanischen Magazin Famitsu ist Rob Nelson beim Autodiebstahl konkreter geworden als in den Previews davor, die vollständige englische Übersetzung hat GTAVice veröffentlicht. Fünf Punkte daraus standen hier noch nicht.

- Ein Hehler mit Wunschliste: Neben dem gewöhnlichen Hehler gibt es einen Autohehler namens Randy. Findet ihr einen Wagen, den er sucht, klaut ihr ihn und liefert ihn bei ihm ab. Der Besitzer, sagt Nelson, dürfte darüber eher wenig erfreut sein.
- Schutzzonen: Rund um die Unterschlüpfe und an bestimmten Story-Orten lässt sich kein Auto stehlen. Nelsons Beispiel ist der Club eines Freundes von Jason, vor dem ein Autodiebstahl schlicht schlecht fürs Geschäft wäre.
- Pay 'n' Spray hat ein Gedächtnis: Nach einem Verkauf nimmt dieselbe Filiale eine Weile keinen weiteren Wagen an. Wer schnell nachlegen will, fährt zur nächsten. Schäden drücken den Preis, vorsichtig fahren lohnt sich also.
- Drei Stellplätze zum Start: Jeder angemeldete Wagen braucht einen Platz, und am Anfang gibt es genau drei. Mehr bekommt ihr über gekaufte Garagen. Nelson vergleicht das mit den Pferden in Red Dead Redemption 2.
- Graue Symbole: Gestohlene Autos bleiben eine Weile mit grauem Symbol auf dem Radar, gehören euch aber nicht. Nach einem Neustart des Spiels sind sie verschwunden.
Der vierte Punkt ist der mit den meisten Folgen. Wer ein neues Auto anmelden will und alle drei Plätze belegt hat, muss vorher eines verkaufen. Eine Sammlung wie in GTA Online entsteht so erst mit dem Geld für Garagen, und genau das passt zu Nelsons Aussage, dass Missionen allein nicht genug Geld abwerfen.
Auch euer eigenes Auto kann weg sein
Die Gegenrichtung hat das französische Magazin TroisCouleurs in seiner Preview erlebt. Jason und Lucia lassen sich dort von einer Gruppe Fremder zu einem Sprung von einer Brücke überreden und springen Hand in Hand ins Wasser. Als sie wieder auftauchen, ist ihr Wagen gestohlen. In Leonida klauen eben nicht nur Jason und Lucia.
Zwei Stufen von Ortungsgerät
Im Gespräch mit Broughy1322 unterscheidet TGG einen einfachen Tracker in gelb und eine höherwertige Variante in teuren Fahrzeugen. Die zweite ist die gefährliche. Wer damit langsamer wird, hört ein Piepen, und wer zu lange langsam bleibt, meldet das Gerät die Position an die Polizei. Genau das ist in einem der Leak-Clips zu hören, als der Fahrer an einer Tankstelle hält und kurz darauf die Streifenwagen kommen.
Daraus wird eine simple Fahrregel: Mit einem georteten Wagen nicht anhalten. Entweder seid ihr schnell genug, oder ihr steigt aus und geht zu Fuß weiter. Entfernen lässt sich das Gerät beim Hehler, und diese Fähigkeit muss erst freigeschaltet werden.
Ein Auto auf dem Dach bleibt liegen
Eine Kleinigkeit mit Folgen für jede Verfolgung: Wer sich überschlägt, dreht den Wagen nicht mehr zurück. In GTA 5 war das ein Tastendruck, in GTA 6 laut SpacesFPS nicht mehr. Das rückt das Spiel näher an die älteren Teile, in denen ein Überschlag das Ende der Fahrt war.
Kann man in GTA 6 noch jedes Auto stehlen? Im Prinzip ja, aber nicht mehr mit einem Knopfdruck. Alte Fahrzeuge gehen mit einem Blechstreifen oder einer eingeschlagenen Scheibe auf, moderne brauchen ein elektronisches Klongerät, das ihr erst freischalten müsst.
Was ist die Waink-App in GTA 6? Eine Handy-App, mit der ihr ein Fahrzeug aus der Entfernung scannt. Sie zeigt an, ob es verschlossen ist, welchen Alarm und welchen Tracker es hat, was es beim Verkauf bringt und was die Anmeldung als eigenes Auto kostet.
Kann man in GTA 6 gestohlene Autos verkaufen? Ja. Es gibt Hehler, die gestohlene Fahrzeuge abnehmen. Der Preis hängt unter anderem davon ab, ob noch ein Ortungsgerät verbaut ist.
Haben Autos in GTA 6 Ortungsgeräte? Teure Fahrzeuge ja, Polizeifahrzeuge laut TGG durchgehend. Manche Tracker melden eure Position, sobald ihr langsamer als ein bestimmtes Tempo fahrt. Entfernen lassen sie sich beim Hehler.
Kann ich in GTA 6 eigene Autos besitzen? Ja, und zwar mehrere pro Figur. Jason und Lucia haben getrennte Fuhrparks, begrenzt durch Geld und Garagenplätze. Ein gestohlener Wagen lässt sich gegen eine Gebühr auf euch anmelden.
Muss man gestohlene Autos in GTA 6 anmelden? Ja, sonst bleibt der Wagen offiziell gestohlen und die Polizei kann das bemerken. Die Anmeldung kostet Geld, die Waink-App zeigt den Betrag vorher an.
Wie viele Autos kann man in GTA 6 besitzen? Zum Start drei, sagt Rob Nelson gegenüber Famitsu. Weitere Plätze bekommt ihr über gekaufte Garagen. Ist alles belegt, muss für ein neues Auto ein altes verkauft werden.
Hinweis: Vor Release beruhen viele Angaben auf Leaks, Trailern und Gerüchten und sind nicht offiziell bestätigt.
