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PS5 Boykott: Fans lassen GTA 6 liegen, Sony sieht nichts

Eddy Hanné25.08.2026, 13:09 Uhr|
PS5 Boykott: Fans lassen GTA 6 liegen, Sony sieht nichts
Bild: KI-generiert · ViceGuide

Der Aufruf war auf eine Woche angesetzt und gilt seit dem 24. August unbefristet. Wer mitmacht, lässt am 19. November auch GTA 6 im Regal liegen.

Auf einen Blick
  • Der Aufruf kommt von DoesItPlay und lief zuerst nur eine Woche, seit dem 24. August ohne Enddatum.
  • GTA 6 steht mit drin: Teilnehmer sollen am 19. November nicht kaufen und nicht spielen.
  • Sonys Finanzchefin Lin Tao sagt, auf das Geschäft habe das keine Auswirkung.
  • Eine Teilnehmerzahl gibt es nicht, weder von den Aufrufern noch von Sony.
  • Für GTA 6 selbst ändert sich nichts an der Frist, die Box enthält aber ohnehin nur einen Code.

Aufgerufen hat DoesItPlay, eine Initiative, die prüft, ob gekaufte Spiele ohne Internetverbindung überhaupt noch starten. Der Plan war überschaubar: eine Woche vom 23. bis zum 30. August, in der Spieler ihre Konsole ausschalten oder sich vom PlayStation Network abmelden, nichts spielen und nichts kaufen. Tom's Hardware hat den Aufruf vorab aufgegriffen. Seit Sonntag läuft er unter dem Schlagwort PSBlackout.

Einen Tag später war der Zeitplan hinfällig. Die eine Woche gilt jetzt nur noch als Mindestmaß.

Alle sind aufgerufen, unbefristet weiterzumachen, bis Sony den Kurs ändert.
DoesItPlay auf X, aufgegriffen von Push Square
Everyone is encouraged to go indefinitely until Sony change course.

Warum GTA 6 in dieser Meldung steht

Weil Verzicht die einzige Währung dieses Protests ist. Wer sich nicht anmeldet und nichts kauft, kauft auch die großen Titel des Winters nicht. Push Square nennt zwei davon: GTA 6 am 19. November und Marvel's Wolverine. Für einen PS5-Besitzer mit Vorbestellung ist das keine Symbolgeste. Es ist der Verzicht auf das Spiel, auf das er seit dreizehn Jahren wartet.

Der Auslöser liegt im Juli

Am 1. Juli hat Sid Shuman, Senior Director bei Sony Interactive Entertainment, im PlayStation-Blog angekündigt, dass neue Spiele ab Januar 2028 im Store und im Handel ausschließlich digital erscheinen. Für GTA 6 ändert das nichts, das Spiel liegt vierzehn Monate vor der Frist. Die Rechnung dazu steht in unserem Artikel zur Frist im Januar 2028.

Trotzdem ist gerade GTA 6 das beste Beispiel für das, was die Protestierenden befürchten. In der Box liegt keine Blu-ray, sondern ein Downloadcode, und ein eingelöster Code hängt am Konto. Was dadurch alles wegfällt, vom Weiterverkauf bis zum Verleihen, steht in unserem Artikel zur Box ohne Disc. Sony kündigt für 2028 an, was bei GTA 6 schon 2026 gilt.

DatumWas passierte
1. Juli 2026Sony kündigt an, dass neue Spiele ab Januar 2028 nur noch digital erscheinen
23. August 2026Der Blackout startet, geplant für genau eine Woche
24. August 2026Die Woche wird zum Mindestmaß, der Aufruf gilt unbefristet
19. November 2026GTA 6 erscheint, Teilnehmer lassen es liegen

Was Sony dazu sagt

Finanzchefin Lin Tao hat die Frage gegenüber Investoren beantwortet, und die Antwort ist kurz. Auf das Geschäft habe der Boykott keinerlei Auswirkung. Die emotionale Bindung vieler Spieler an Datenträger erkenne Sony an, und der Konzern prüfe weiter, wie sich Spieler auf dem Weg ins rein digitale Geschäft halten lassen. Von einer Rücknahme war keine Rede.

Dazu kam ein Zufall, der sich schlechter nicht hätte legen können. Während der Blackout läuft, verschickt Sony massenhaft E-Mails, die an die Nutzungsbedingungen erinnern: Digitale Spiele werden lizenziert, nicht gekauft. TalkEsport hat den Zusammenhang gezogen, GameStar die Mails gemeldet. Ungewöhnlich ist die Regel nicht, Steam handhabt es genauso. Der Zeitpunkt ist es schon.

Was der Blackout ausrichten kann

In dieser Form wenig, und das liegt an der Zählweise. Sony misst aktive Nutzer und Abo-Zahlen, also genau die Größen, auf die ein Blackout zielt. Nur veröffentlicht der Konzern sie quartalsweise, und die Teilnehmerzahl kennt niemand. Es gibt keine Anmeldung, keine Liste, keine überprüfbare Zahl. Wer behauptet, es seien Zehntausende, hat sie nicht gezählt.

Meiner Einschätzung nach ist der interessantere Teil nicht die Wirkung, sondern wer hier auf einmal dasselbe verlangt. Cyberleeks Manifest fordert ebenfalls physische Datenträger und ein Ende weggesperrter Einzelspieler-Inhalte, finanziert das aber über einen eigenen Coin und geleakte Videos. Die Bewegung Stop Killing Games hat sich davon öffentlich distanziert und nennt das Vorgehen illegal. Dieselbe Forderung liegt damit dreifach auf dem Tisch: als Straftat mit Geschäftsmodell, als Petition und als gezogener Stecker. Nur die letzte Variante kostet niemanden etwas außer Spielzeit.

Betrifft Sonys Disc-Ende auch GTA 6? Nein. Die Regel gilt für neue Spiele ab Januar 2028, GTA 6 erscheint am 19. November 2026. In der Box liegt allerdings ohnehin nur ein Downloadcode und keine Disc.

Wer ruft zum PlayStation-Boykott auf? Die Initiative DoesItPlay, die sich mit Spielearchivierung befasst. Der Aufruf startete am 23. August 2026 für eine Woche und gilt seit dem 24. August unbefristet.

Hat der Boykott Sony bisher beeindruckt? Nach Angaben von Finanzchefin Lin Tao nicht, sie spricht von keiner Auswirkung auf das Geschäft. Eine überprüfbare Teilnehmerzahl gibt es bislang nicht.

Was verlangen die Teilnehmer konkret? Sony soll die Entscheidung zurücknehmen und neue Spiele weiter auf Datenträgern veröffentlichen. Bis dahin sollen Spieler sich vom PlayStation Network abmelden, nicht spielen und nichts kaufen.

Hinweis: Vor Release beruhen viele Angaben auf Leaks, Trailern und Gerüchten und sind nicht offiziell bestätigt.

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