GTA 6 Quartalszahlen: Rekord-Vorbestellungen ohne Zahl
Take-Two hat am 7. August die Quartalszahlen vorgelegt, und Firmenchef Strauss Zelnick nennt die GTA-6-Vorbestellungen beispiellos, ohne eine einzige Stückzahl zu liefern.
- Der 19. November steht, Take-Two koppelt die komplette Jahresprognose an diesen Termin.
- Zelnick spricht von beispiellosen Vorbestellungen, nennt weder Stückzahl noch Umsatz.
- Die Netto-Buchungen lagen mit 1,39 Milliarden Dollar über der eigenen Prognose.
- Der Extended Look am 27. August ist laut Zelnick nur eine von mehreren Vorspeisen.
Take-Two Interactive hat die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal am 7. August vor Börsenöffnung vorgelegt. Die Netto-Buchungen lagen bei 1,39 Milliarden Dollar und damit über der eigenen Prognosespanne von 1,32 bis 1,37 Milliarden. Der ausgewiesene Umsatz stieg auf 1,53 Milliarden Dollar nach 1,50 Milliarden im Vorjahresquartal. Der zweite Teil der Mitteilung wiegt für Spieler schwerer: Der Konzern hält an seiner Jahresprognose von 8,0 bis 8,2 Milliarden Dollar Netto-Buchungen fest, und die hängt am Release von GTA 6 am 19. November.
| Kennzahl | Erwartung vor dem Bericht | Ergebnis vom 7. August |
|---|---|---|
| Netto-Buchungen Q1 | 1,32 bis 1,37 Milliarden Dollar (eigene Prognose) | 1,39 Milliarden Dollar |
| Umsatz Q1 | 1,36 Milliarden Dollar (Analystenkonsens) | 1,53 Milliarden Dollar |
| Netto-Buchungen Geschäftsjahr 2027 | 8,0 bis 8,2 Milliarden Dollar | unverändert bestätigt |
| Release-Termin GTA 6 | 19. November 2026 | unverändert bestätigt |
Unter dem Strich stand trotzdem ein Verlust nach US-Bilanzierung von 0,18 Dollar je Aktie, nach 0,07 Dollar im Vorjahresquartal. Dahinter steckt kein schwaches Geschäft. Take-Two hat 43,4 Millionen Dollar auf ein nie angekündigtes Spiel abgeschrieben, dessen Entwicklung der Konzern eingestellt hat.
Zelnick nennt die Vorbestellungen beispiellos
Die Passage, wegen der Gaming-Medien diesen Termin überhaupt verfolgt haben, kam in der Fragerunde. Variety und Shacknews geben Firmenchef Strauss Zelnick übereinstimmend so wieder:
Das Niveau der Vorbestellungen ist beispiellos und erstaunlich und astronomisch, und wir wissen noch nicht, wie sich das in Zahlen übersetzen lässt.Strauss Zelnick, Take-Two, im Analystencall am 7. AugustI'd say that the sales are unprecedented and astonishing and astronomical, and that we don't know how to translate that into numbers yet.
Auf Nachfrage der Analysten legte er nach, wieder ohne eine Zahl zu nennen.
Wir drehen bei den Vorbestellungen gerade keine Ehrenrunde. Aber die Zahlen liegen auf einem Niveau, das Take-Two und die gesamte Branche noch nie gesehen haben.Strauss Zelnick, auf Nachfrage im selben CallWe're not taking a victory lap about pre-order sales right now, but I'd say the numbers are such that Take-Two or the entire industry has never seen before.
Bloomberg-Reporter Jason Schreier zitiert Zelnick zusätzlich damit, die Vorbestellungen hätten die internen Prognosen des Konzerns deutlich übertroffen, wie GameRiv aufgreift. Eine Stückzahl, einen Umsatz oder auch nur eine Größenordnung nannte er an keiner Stelle. Die einzige konkrete Marke bleibt damit die Schätzung des Marktforschers Newzoo, der die digitalen Vorbestellausgaben der ersten Woche auf rund 260 Millionen Dollar taxiert.
Warum die Zahl fehlt
Meiner Einschätzung nach ist das Schweigen kalkuliert. Zelnick sagte selbst, man wisse noch nicht, wie sich Vorbestellungen dieser Größenordnung in Verkäufe übersetzen. Eine genannte Zahl wäre ab diesem Moment die Messlatte, an der Analysten jedes Folgequartal prüfen. Solange die Prognose von 8,0 bis 8,2 Milliarden Dollar unangetastet steht, gewinnt der Konzern nichts damit, sie mit einem Vorbesteller-Wert zu unterfüttern, den die echten Verkäufe im November ohnehin überholen.
Was sonst noch zur Sprache kam
Zwei Randthemen aus dem Call betreffen Käufer direkt. Zelnick verteidigte den Standardpreis von 79,99 Dollar mit dem Argument, Spielepreise hätten die Inflation über Jahre nicht mitgemacht, und hält Rockstars Preisgestaltung für richtig. Außerdem begründete er erstmals selbst, warum in der Box nur ein Code liegt. Über 90 Prozent des Take-Two-Geschäfts laufen digital, Discs ergeben aus seiner Sicht bei großen Spielen für Käufer keinen Sinn mehr. Kotaku hat die Passage im Wortlaut.
Der Extended Look ist nur die Vorspeise
Die für den Rest des Jahres interessanteste Aussage fiel nicht in den Zahlen, sondern im Gespräch mit Bloomberg. Forbes-Autor Brian Mazique greift sie auf: Zelnick bezeichnet die Netflix-Premiere am 27. August als eine von mehreren Vorspeisen.
Das ist eine der Vorspeisen.Strauss Zelnick zu Bloomberg über den Extended Lookone of the hors d'oeuvres
Damit ist zumindest klar, dass die Kampagne mit dem 27. August nicht endet. Zwischen der Präsentation und dem Release liegen fast drei Monate, und Take-Two arbeitet nach Zelnicks Worten mit praktisch jedem Social-Media-Kanal der Welt zusammen. Ob darunter ein klassischer Trailer 3 ist, hat er nicht gesagt.
Wie viele Vorbestellungen hat GTA 6 bisher? Take-Two nennt keine Zahl. Firmenchef Strauss Zelnick spricht von beispiellosen Vorbestellungen, die die internen Prognosen deutlich übertroffen haben. Offizielle Stückzahlen gibt es weiterhin nicht.
Bleibt es beim Release am 19. November 2026? Ja. Take-Two hat den Termin im Quartalsbericht bestätigt und die komplette Jahresprognose von 8,0 bis 8,2 Milliarden Dollar daran gekoppelt.
Warum nennt Take-Two keine konkrete Vorbestellerzahl? Zelnick begründet es damit, dass sich Vorbestellungen dieser Größenordnung noch nicht in Verkäufe umrechnen lassen. Eine genannte Zahl wäre außerdem eine Messlatte, an der Analysten den Konzern jedes Folgequartal messen würden.
Kommt vor dem Release noch mehr als der Extended Look? Zelnick nennt die Präsentation am 27. August nur eine von mehreren Vorspeisen. Weitere Marketing-Schritte vor dem 19. November sind damit angekündigt, konkrete Termine bislang nicht.
Hinweis: Vor Release beruhen viele Angaben auf Leaks, Trailern und Gerüchten und sind nicht offiziell bestätigt.
