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GTA 6 Gameplay geleakt? Woran du die Fakes erkennst

Eddy Hanné30.07.2026, 11:30 Uhr||Aktualisiert: 25.08.2026, 13:10 Uhr
GTA 6 Gameplay geleakt? Woran du die Fakes erkennst
Bild: Rockstar
Unbestätigt. Rockstar hat kein Gameplay veröffentlicht. Das geleakte Material vom 18. August gilt als echt, ist aber nicht offiziell und stammt aus einem älteren Entwicklungsstand.

Rockstar hat bis heute keine Sekunde Gameplay veröffentlicht, und seit dem 18. August kursiert trotzdem echtes Material: geleakte Clips aus der Entwicklung, zwischen denen weiter Fälschungen laufen.

Auf einen Blick
  • Offiziell gibt es weiter nur zwei cineastische Trailer, von Rockstar selbst kein einziger Frame Spielgeschehen.
  • Seit dem 18. August erscheint täglich echtes Leak-Material. Take-Two lässt es löschen, und genau das ist das beste Echtheitsmerkmal.
  • Insider Gaming und die BBC mussten in derselben Woche zurückrudern. Die Faustregel steht es bei einer Redaktion, stimmt es trägt gerade nicht.
  • Selbst Take-Twos Anwälte haben Konten vorladen lassen, die die Community vorher als Fälschungen markiert hatte.
  • Ein Fake bleibt oben, echtes Material verschwindet binnen Stunden. Wer prüfen will, prüft zuerst das.

Bis Mitte August kam von Rockstar nichts, und in dieses Vakuum spülten die Plattformen genau das, wonach alle suchten: Videos mit dem Titel GTA 6 Gameplay Leak. Dexerto hat einen dieser Clips nachverfolgt, der viral ging und viele Spieler getäuscht hat. Echt war keiner davon.

Seit dem 18. August gilt das nur noch zur Hälfte

Am 18. August hat sich die Lage geändert. Unter dem Namen Cyberleek tauchten Tag für Tag neue Clips aus einer Entwicklungsversion auf, dazu eine Karte und Zwischensequenzen. Im Clip vom 20. August schießt Jason den Namen der Gruppe in eine Wand, seither gilt als belegt, dass der Leaker das Spiel selbst starten kann. Dieses Material ist echt, auch wenn Rockstar es nie veröffentlicht hat, und die Einordnung dazu steht in unserem Artikel zum Leak vom 18. August.

Damit stimmt der bequeme Satz nicht mehr, jedes Video mit Gameplay im Titel sei erfunden. Die Prüffragen unten gelten weiter, es kommt eine dazu: Wird das Video gelöscht? Take-Two lässt echtes Material per DMCA entfernen, oft binnen Stunden. Eine Fälschung bleibt stehen, weil niemandem etwas gehört, das er löschen lassen könnte. Das ist das zuverlässigste Merkmal von allen.

Gleichzeitig ist die Zahl der Fälschungen gestiegen, nicht gesunken. Der neue Typ ist der KI-Nachbau eines echten Leaks: Kanäle lassen die geleakten Szenen von einer KI neu erzeugen, um der Urheberrechtsmeldung zu entgehen. GameStar hat offen geschrieben, dass im eigenen Team diskutiert wurde, ob Clips echt sind. Wenn eine Redaktion ins Grübeln kommt, ist der Hinweis für alle anderen fällig.

Der Ausgangspunkt ist simpel. Offizielles GTA-6-Material besteht aus Trailer 1 vom Dezember 2023, Trailer 2 vom 6. Mai 2025, dem Cover und einer Handvoll Pressebilder samt Charakter-Bios aus dem Juni 2026. In keinem dieser Stücke ist eine Sekunde echtes Spielgeschehen zu sehen, also kein Menü, keine Steuerung, kein Missionsablauf.

Trailer 2 ist der Stand der offiziellen Dinge, cineastisch geschnitten und ohne Gameplay

Woraus die Fälschungen gebaut sind

Die kursierenden Videos lassen sich in vier Sorten einteilen. GTA BOOM hat den bekanntesten Clip zerlegt und kommt zum selben Ergebnis: Jedes virale Gameplay-Video aus diesem Jahr ist entweder KI-generiert, recyceltes Material aus dem Einbruch von 2022 oder von Hand zusammengebaut.

SorteWoraus sie bestehtWoran du sie erkennst
KI-Videokomplett generierte Szenenweiche Details, verwaschene Schrift, Fehler im Bild
Trailer-UmschnittSzenen aus Trailer 1 und 2 plus HUD-Overlayjede Einstellung ist im offiziellen Trailer wiederzufinden
Leak von 2022Testversion aus dem Rockstar-EinbruchGrafik ohne Feinschliff, Platzhalter, andere Figurenmodelle
Mod oder NachbauGTA 5 mit Vice-City-KulisseFahrverhalten, Menüs und Symbole sind die von GTA 5
KI-Nachbau eines Leaksdie echte Leak-Szene, von einer KI neu erzeugtBewegung wirkt geglättet, Schrift im HUD zerfällt, Kanal zeigt kein Original
Meldung im Namen des Leakerserfundene Ankündigung, meist mit Screenshotdas Konto ist nicht die Quelle, echtes Material trägt das Wasserzeichen ohne Twitter
Echtes Leak-MaterialAufnahme aus einer Entwicklungsversionverschwindet binnen Stunden per DMCA, Redaktionen berichten parallel darüber

Am schönsten fällt die KI-Sorte durch die Schrift auf. In der viralen Fassung steht im Bild poin of interest statt point of interest, ein Fehler, den ein Studio wie Rockstar nicht in ein Marketing-Video lässt. Schriftfehler sind bei generierten Videos der Standardverräter.

Die schnelle Prüfung in drei Schritten

  1. Quelle prüfen. Offizielles Material erscheint zuerst auf Rockstars Newswire und dem Rockstar-YouTube-Kanal. Steht ein Clip nirgends dort, ist er nicht offiziell.
  2. Schrift heranzoomen. HUD, Straßennamen und Menütexte sind bei KI-Videos fehlerhaft oder verwaschen.
  3. Szenen abgleichen. Wirkt eine Einstellung bekannt, ist sie meist genau das, nämlich aus Trailer 1 oder 2 geschnitten.
  4. Löschung prüfen. Steht ein angeblicher Leak nach Tagen unverändert online und keine Redaktion berichtet darüber, ist er mit hoher Wahrscheinlichkeit erfunden.

Die neue Sorte: erfundene Meldungen im Namen des Leakers

Seit dem 19. August ist der Name Cyberleek selbst das Werkzeug. Auf X sammelte ein Konto, das sich als der Leaker ausgab, binnen 24 Stunden über 100.000 Follower. Es war eine Fälschung und ist gesperrt, ein zweites Konto aus demselben Umfeld ebenfalls. Der Gegenbeweis steckt im geleakten Material selbst: Die Videos tragen ein Wasserzeichen mit dem Satz, dass Cyberleek kein Twitter-Konto hat. Aufgefallen ist das dem Account GameRoll, Insider Gaming hat es aufgegriffen.

Aus genau diesem Umfeld stammt die Meldung, der Leaker drohe mit der Veröffentlichung des Spielendes. Sie lief bei mehreren Seiten als Nachricht, GamePro warnte ausdrücklich davor, darauf einzugehen. Belegt ist sie nicht. Der kursierende Beleg ist ein Screenshot, der einen Dateinamen auf der Leaker-Website zeigen soll, auffindbar ist dort kein solches Video. Im GTA-Forum wurde er als Browser-Fälschung eingeordnet, und so etwas baut man mit dem Entwicklerwerkzeug jedes Browsers in zwei Minuten.

Dasselbe Muster tragen zwei weitere Meldungen dieser Woche. Der Countdown zu angeblich nächsten Clips kam laut Insider Gaming von einem gefälschten Discord-Konto. Und ein Beitrag im Namen der Gruppe verkündete eine Ingame-Währung, die sich in echtes Geld tauschen lasse. Die Gegenregel ist simpel: Cyberleek betreibt nach eigener Angabe nur eine Website und einen Telegram-Kanal. Beide waren am 22. August kurz abgeschaltet und sind seither wieder erreichbar, für jede Löschung erscheint ein neuer Spiegel. Was auf X oder Discord im Namen der Gruppe auftritt, gehört nicht dazu. Wer dahintersteckt, steht in unserem Porträt zu Cyberleek.

Ein Fachmann beziffert, was die Welle im Hintergrund auslöst. Marijus Briedis, Technikchef von NordVPN, sagt gegenüber IGN, der Cyberleek-Leak habe zu einem Boom angeblicher Download-Angebote geführt. Dahinter steckt Schadsoftware, nachzulesen im Artikel zum angeblichen GTA-6-Download.

Wenn die Falschmeldung von einer Redaktion kommt

Am 23. August hat Insider Gaming einen eigenen Artikel zurückgezogen, und der Fall ist lehrreicher als jede Fake-Erkennung. Einen Tag zuvor hatte die Redaktion gemeldet, Cyberleek drohe damit, den kompletten Build von GTA 6 zu veröffentlichen, falls Take-Two die Verfolgung nicht einstellt. Grundlage war ein Bild, das sich als Fälschung herausstellte, in Umlauf gebracht von einem Nachahmer.

Der Autor hat die Meldung öffentlich gelöscht und den Fehler auf sich genommen, die Redaktion nahm den Artikel von der Startseite und veröffentlichte nachts eine Richtigstellung. Bemerkenswert ist, was davor passierte: Der Creator MoistCr1TiKaL hatte darüber ein langes Video gemacht, mit dem Screenshot des Artikels als Vorschaubild. Er hat es anschließend auf ungelistet gesetzt und sich entschuldigt, mit dem Satz, er habe angenommen, hinter einer solchen Redaktion stehe ein Prüfprozess.

Aus dem Fall folgt ein Prüfschritt, der besser ist als jede Bildanalyse. Die Falschmeldung stützte sich auf Telegram-Nachrichten im Namen des Leakers, samt einem angeblichen Notschalter, der das ganze Spiel freigibt, falls er verhaftet wird. Der Kanal SomeOrdinaryGamers hat nachgesehen: Auf der Website der Gruppe steht kein X-Konto, Kontakt läuft über die Seite selbst, mit pro Sitzung erzeugten Daten. Der Leaker hat das in einem Wasserzeichen sogar geschrieben.

Zwei Tage später kamen zwei weitere Fälle dazu, und beide betreffen große Namen. Die BBC schrieb, Rockstar zeige einen dreißigminütigen Netflix-Beitrag, ohne dass irgendeine offizielle Angabe dazu existiert. Die Zahl stand kurz darauf nicht mehr im Artikel, gelöscht ohne Erklärung und ohne Korrekturhinweis. Notebookcheck und GTA BOOM haben beides dokumentiert. Und GameStar musste seine Nachrichtensendung vom 24. August neu hochladen, weil die erste Fassung die widerrufene Insider-Gaming-Meldung enthielt. Der Reupload sagt das im Anmoderationstext selbst.

Dazu passt eine Beobachtung von der anderen Seite. Take-Two hat sich laut TorrentFreak bei X Auskunft über drei Konten mit „CyberLeak" im Namen erwirkt, und genau diese hatte die Community vorher als Fälschungen markiert. Im Wasserzeichen der echten Clips steht, dass die Gruppe kein Konto bei X betreibt. Wenn selbst die Anwälte des Rechteinhabers an Nachahmern hängen, ist der Hinweis für Leser fällig.

Für die Praxis heißt das etwas Unbequemes. Die Faustregel „steht es bei einer etablierten Redaktion, stimmt es" trägt in dieser Woche nicht. Insider Gaming selbst schreibt, dass in einer Lage wie dieser mehr Sorgfalt nötig ist, weil sich Fälschungen zu leicht herstellen lassen. Wer eine Meldung liest, die eine Eskalation behauptet, sollte einen Tag warten und nachsehen, ob sie noch steht.

Wenn dich vor allem die Story-Frage umtreibt: Wie du dich bis November aus dem Weg der Spoiler hältst, steht im Ratgeber zum Spoiler vermeiden.

Warum gerade jetzt so viele Fakes kursieren

Der Zeitpunkt ist kein Zufall, nur hat sich der Grund verschoben. Zwischen Trailer 2 und dem 6. August kam von Rockstar nichts, die Nachfrage war riesig und das Angebot null. Genau in diese Lücke luden Kanäle ihre erfundenen Videos. Seit dem 18. August ist das Angebot täglich neu, und die Fälschungen sind trotzdem mehr geworden. Wer jetzt fälscht, muss nichts erfinden. Es reicht, echtes Material mit einer erfundenen Behauptung zu verkleiden. Eine Zahl von GamesRadar zeigt, wie gut das funktioniert: Ein KI-erzeugtes Leak-Video kam binnen eines Tages auf 8 Millionen Aufrufe.

Was wirklich bestätigt ist

GTA 6 erscheint am 19. November 2026 für PS5 und Xbox Series X und S, das haben Rockstar und Take-Two mehrfach bestätigt. Von Rockstar selbst gibt es weiter zwei Trailer, Cover, Pressebilder und Charakter-Bios, kein Gameplay. Das ändert sich am 27. August mit der ersten ausführlichen Präsentation, zuerst bei Netflix und sechs Stunden später kostenlos auf YouTube.

Gibt es echtes GTA-6-Gameplay? Von Rockstar veröffentlicht nicht. Seit dem 18. August 2026 kursieren aber geleakte Clips aus einer Entwicklungsversion, die als echt gelten, weil Take-Two sie löschen lässt und mehrere Redaktionen sie unabhängig beschreiben.

Zählt das geleakte Material von 2022 als Gameplay? Es zeigt echte Testversionen, aber einen Entwicklungsstand von vor Jahren. Als Vorschau auf das fertige Spiel ist es unbrauchbar.

Wann zeigt Rockstar echtes Gameplay? Am 27. August 2026. Die Präsentation heißt Grand Theft Auto VI: An Extended Look und läuft ab 21 Uhr deutscher Zeit zuerst bei Netflix, sechs Stunden später kostenlos auf YouTube und der offiziellen Website. Einen Trailer 3 gibt es nicht, das war die Erwartung vor der Ankündigung am 6. August.

Woran erkenne ich einen echten GTA-6-Leak? Am schnellsten daran, ob er verschwindet. Echtes Material wird per DMCA gelöscht und von Redaktionen wie Kotaku oder PC Gamer parallel beschrieben. Was tagelang unbeanstandet online steht und nirgends aufgegriffen wird, ist meist ein Nachbau.

Ist das Ende von GTA 6 geleakt? Nein. Die Meldung, der Leaker drohe damit, geht auf ein gefälschtes Konto zurück. Draußen sind bisher drei kurze Zwischensequenzen ohne Handlungsbezug. Seit dem 24. August stellt der Leaker allerdings Lucias Prolog zur Abstimmung, das wäre erstmals echtes Story-Material.

Woran erkenne ich eine erfundene Meldung über den Leaker? Am Kanal. Die Gruppe kommuniziert nur über ihre eigene Website, ein Telegram-Konto oder ein X-Profil in ihrem Namen ist immer eine Fälschung. Genau daran ist am 22. August eine Redaktionsmeldung gescheitert.

Hinweis: Vor Release beruhen viele Angaben auf Leaks, Trailern und Gerüchten und sind nicht offiziell bestätigt.

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