GTA 6 Preview: 90 Minuten mit Rob Nelson, was Edge sah
Edge durfte bei Rockstar North in Edinburgh zusehen, wie Rob Nelson eineinhalb Stunden GTA 6 spielt. Die komplette Titelgeschichte steht seit dem 29. Oktober kostenlos bei GamesRadar. Sie ist die ausführlichste Beschreibung des Spiels, die es vor dem Release geben wird.
- Rob Nelson spielte Edge 90 Minuten lang ohne Skript vor, laut Magazin ein Bruch mit Rockstars bisherigen Vorführungen.
- Neu sind Polizeihunde, Nagelbänder, Busse und Züge mit festen Routen und ein Tag-Nacht-Wechsel, der deutlich länger dauert als in GTA 5.
- Das Kriminalprofil reicht laut Edge von Professional bis Irredeemable und wirkt sich auf die Geschichte aus.
- Zwischen den Story-Missionen müssen Jason und Lucia teils erst Geld beschaffen, etwa mit einem Überfall oder einem Auftragsdiebstahl.
- Die Karte ist laut Rockstar fast so groß wie GTA 4, GTA 5 und Red Dead Redemption 2 zusammen.
Bei früheren GTA-Vorschauen spielte ein Rockstar-Mitarbeiter, während ein Pressesprecher von einem vorbereiteten Blatt ablas. So beschreibt es Simon Parkin in der Titelgeschichte von Edge 430. Diesmal saß Rob Nelson, Co-Studiochef und Entwicklungschef von Rockstar North, in seinem Büro in Edinburgh vor zwei Fernsehern und spielte 90 Minuten lang, wohin ihn die Laune trug. Kein Skript, kein Plan, nur der aktuelle Stand des Spiels.
Rund 900 Leute arbeiten laut Edge bei Rockstar North, im Foyer hängt ein Wandbild mit dem Spruch Paranoia is good. Das Gebäude beherbergte früher die Zeitung The Scotsman. Den vollständigen Text hat GamesRadar am 29. Oktober veröffentlicht, das Heft erscheint am selben Tag. Die zwölf Screenshots aus derselben Geschichte stehen in unserem Artikel zu den neuen Edge-Screenshots.
Ein Spaziergang, der eskaliert
Die Vorführung beginnt in der Wohnung von Jason und Lucia. Nelson trinkt als Jason einen Kaffee für die Ausdauer und einen Proteinshake für die Gesundheit, dann geht es auf den Gehweg. Ein Mann mit Hund an der Rollleine kommt entgegen. Nelson lässt Jason einen Moment zu lange starren, der Mann fragt, was er glotzt, und hakt die Leine aus. Jason rennt, der Hund hinterher, Tauben fliegen auf. Irgendwann verliert der Hund das Interesse und trottet zurück. Jason zieht eine Packung Zigaretten aus dem Inventar, zündet sich eine an und geht weiter.
Die Szene ist nicht geskriptet, und genau das ist der Punkt. Passanten bekommen laut Edge Eigenschaften zugewiesen: Temperament, Aggression, Ort, was sie gesehen haben und wie sich der Spieler ihnen gegenüber verhalten hat. Jedes Viertel hat dabei seine eigene Mischung. Nelson beschreibt die Arbeit an der Bevölkerung als ständige Frage, wer aggressiv wird, wie viele zur Waffe greifen und wie viele ihn testen.
Mehr Innenräume als je zuvor
Die Karte ist laut Rockstar etwa doppelt so groß wie die von GTA 5. Die gesamte Landfläche mit Vice City und Umland soll fast so groß sein wie die spielbaren Karten von GTA 4, GTA 5 und Red Dead Redemption 2 zusammen. Mehr Gewicht legt Aaron Garbut, ebenfalls Co-Studiochef, auf etwas anderes. GTA 6 hat laut ihm eine Größenordnung mehr Innenräume als die Vorgänger, also grob das Zehnfache. „Jede Seitengasse ist so dicht und interessant gestaltet wie die anderen“, sagt er.
Garbut erzählt dazu von einem Haus, das er am Morgen zum ersten Mal betreten hat. In einem Zimmer hingen Fotos eines Hundes, im nächsten lag, was der Hund allein zu Hause angerichtet hatte. Jason verzog das Gesicht. Eine Ekelreaktion war ursprünglich für eine einzelne Stelle gebaut und ist inzwischen ein System, das an vielen Orten greift. Wie gut die Mapping-Community die Größe vorher getroffen hat, steht in unserem Artikel zur Kartengröße.
Polizeihund statt Sternezählen
Die Polizei reagiert auf das, was sie weiß. Am oberen Bildschirmrand stehen Symbole für das, was sie über euch hat. Edge nennt das den Polizeibericht, dem man davonläuft.
| Symbol | Was die Polizei weiß | Wie ihr es loswerdet |
|---|---|---|
| Silhouette | eine Personenbeschreibung | unerkannt bleiben, Maske |
| Zwei Personen | ihr seid zu zweit | euch trennen |
| Kleiderbügel | was ihr tragt | umziehen |
| Kamera | ihr seid aufgezeichnet | bleibt gespeichert |
| Waffe | womit ihr bewaffnet seid | Waffe wegwerfen |
Wer sich vom Partner trennt, die Kleidung wechselt oder die Waffe wegwirft, wird Stück für Stück unkenntlicher.
Wie schnell das kippt, zeigt die beste Szene der Geschichte. Nach einem verpatzten Überfall flieht Nelson auf einem gestohlenen Motorrad, Lucia sitzt hinten. Er wechselt auf sie und schießt auf die Verfolger, während die KI lenkt. Vorne legt die Polizei nachts ein Nagelband quer über die Straße, Nelson übersieht es. Der Vorderreifen platzt, beide fliegen über den Lenker und humpeln davon. Dann kommt eine Hundestaffel. Der Schäferhund hat Jason sofort eingeholt und drückt ihn zu Boden, und alle im Raum bitten Nelson, nicht auf das Tier zu schießen.

Auch der Autoklau ist unsicherer geworden. Manche Fahrer fliehen, andere sind bewaffnet und wehren sich. Neuere Autos können einen Peilsender haben, und fast jeder Besitzer meldet den Diebstahl. Was sich am Stehlen sonst geändert hat, steht im Artikel Autos stehlen. Die Sterne und Symbole im Detail erklärt unser Artikel zum Fahndungslevel.
Das Profil reicht bis Irredeemable
Das Criminal Profile misst laut Edge auf einer Skala von Professional bis Irredeemable, dargestellt mit einem Engel und einem Teufel. Wer Gegner kampfunfähig macht statt tötet oder erst droht, bevor er schießt, bleibt professionell. Wer zuerst schießt, rutscht ab. Neu ist der wichtigste Satz dazu: Rockstar sagt, dass das Profil beeinflusst, wie die Geschichte von Jason und Lucia verläuft. Bisher kannte man aus IGNs Bericht vier Stufen von Professional bis Psycho und einen namenlosen fünften Zustand. Ob Irredeemable dieser Zustand ist, sagt Edge nicht. Mehr dazu im Artikel zum Criminal Profile.
Die Beziehung der beiden misst eine vierstufige Skala. Sie wächst mit gemeinsamer Zeit: Spaziergänge am Strand, Radfahren oder Training im Fitnessstudio, sobald die Mitgliedschaft gekauft ist. Es reicht auch, zusammen im Auto zu sitzen, einer fährt, die andere wischt auf dem Handy. Ob die beiden heiraten können, wollte Nelson weder bestätigen noch dementieren. Aussteigen können sie nicht. „Man kann nicht alles hinwerfen und Yogalehrer werden“, schreibt Edge. Was sonst zur Beziehung bekannt ist, sammelt unser Artikel zum Beziehungssystem.
Bus, Bahn und ein Auto per App
GTA 6 hat ein funktionierendes Bus- und Zugsystem. Phil Hooker, der dritte Entwicklungschef und zuständig für die Stabilität des Spiels, sagt, er verbringe inzwischen viel Zeit an Haltestellen. „Ich bin besessen davon, dass sie immer kommen“, sagt er, er kenne alle Linien auswendig.
Das eigene Auto kommt über die App Scooter Bros. Gegen eine kleine Gebühr bringt jemand den Wagen binnen Sekunden und fährt auf seinem Roller wieder weg. Das gesamte Waffenarsenal liegt im Kofferraum. Jedes Fahrzeug hat eine Tankanzeige und eine Anzeige für den Motorzustand. Der Sprit reicht laut Edge lange, Tanken ist ein kurzer Abstecher. Mehr zum Tanken und Laden.
Die App WAINK listet Modelle, die Hehler suchen, samt Sicherheitsausstattung und Ortung. Teure Wagen melden ihre Position an die Polizei, bis man beim Hehler ankommt, der meist einen Störsender hat. Ein Teil der Bezahlung hängt am Zustand des Wagens.
Geld beschaffen zwischen den Missionen

In früheren Teilen kam nach einer Mission sofort der Anruf für die nächste. GTA 6 baut laut Edge bewusst Pausen ein. Manchmal brauchen Jason und Lucia Geld, bevor der nächste Auftrag startet, und das holen sie sich mit einem Überfall auf eine Tankstelle oder einen Juwelier oder mit einem Wagen, den ein Hehler bestellt hat. Für Spieler, die nur der Story folgen wollen, ist das die spürbarste Änderung im ganzen Text. Wie die Überfälle gestaffelt sind, steht im Artikel Geld verdienen.
Langsamer Tag, schmalere Straßen
Der Tag-Nacht-Wechsel ist laut Edge deutlich länger als in GTA 5, Sonnenuntergänge ziehen sich, Nächte dauern. Mit den Zeiten aus GTA 5 habe sich in der neuen Grafik „alles zu schnell“ gewirkt, sagt Nelson. Aus demselben Grund sind die breiten Straßen von GTA 5 schmaler geworden, auf eine „glaubwürdigere Größe“.
Das Wetter rechnet Rockstar inzwischen deutlich feiner. Wolken ziehen unabhängig voneinander. Was sie formt, sind Wind, Feuchtigkeit und Nebel, dazu Tageszeit und Jahreszeit. Ein Gewitter sieht man von Weitem kommen, Straßen werden nass und trocknen unterschiedlich schnell. Boote spüren den Seegang, Flugzeuge und Hubschrauber werden im Sturm durchgeschüttelt und können leichten Schaden nehmen. Details im Artikel zum Wetter.
Was Rockstar selbst dazu sagt
Garbut nennt das Ergebnis besser als jedes Projekt, an dem er zuvor gearbeitet hat. Mit dem Erwartbaren sei es nach GTA 5 und Red Dead Redemption 2 nicht getan gewesen.
Gebaut wurde das Spiel über mehrere Studios, und Edge nennt, wer wofür vorn lag. Das Team in Toronto führte bei der Bevölkerung der Welt und der Recherche, das Team in San Diego bei den Umgebungs- und interaktiven Ereignissen. Nelson will, dass man die Nähte nicht sieht: ein Riesending aus Tausenden Händen, das sich am Ende anfühlen soll wie aus einer.
Auch zur Geschichte wird er grundsätzlich. Der Ausstieg aus dem Verbrechen ist laut Edge ein zentrales Thema. „Manche halten diese Spiele für Machtfantasien. Sicher. Aber was, wenn diese Figuren etwas anderes wollen?“, sagt Nelson. GamesRadar hat die Stelle am 1. November eigens aufgegriffen.
Und er räumt mit einem Gerücht auf. Sam Houser, Mitgründer und Präsident von Rockstar, tritt öffentlich kaum auf, deshalb hielt sich die Vermutung, er gebe nur noch den Ton vor. Laut Edge hat Houser die Richtung von GTA 6 mitgeprägt und ist in jeden kreativen Bereich eingebunden. Bei jedem Meilenstein sitzen Nelson und er einige Wochen zusammen. Ihre Liste reicht von Licht und Ton bis zu Mechanik und Handlung, die Teams arbeiten sie ab.
Sam und ich erkennen Probleme, die wir dann mit den Teams und über die Teams hinweg lösen.Rob Nelson zu Edge, zitiert nach GamesRadarSam and I will identify problems or issues that we then solve with and across the teams.
Wir haben keine Kompromisse gemacht, nicht bei der Größe, nicht beim Detail, nicht bei der Interaktivität, nicht bei der Geschichte und nicht bei der offenen Welt. Ich habe das Gefühl, wir haben eine Pyramide auf den Everest gebaut.Aaron Garbut, Co-Studiochef von Rockstar North, gegenüber Edge (Übersetzung von uns)We've not compromised on the scale, the detail, the interactivity, the story, the open world. I feel like we've built a pyramid on Everest.
Hooker bleibt vorsichtiger: Wie die Öffentlichkeit reagiert, könne er nicht vorhersagen. Nelson legt am Ende den Controller weg. „Es ist fertig“, sagt er.
Meiner Einschätzung nach ist das Wichtigste an dieser Geschichte nicht der Polizeihund. Es ist die Zusage, dass Profil und Beziehung die Handlung verändern. Bisher war unklar, ob die beiden Systeme nur Menüwerte sind. Edge zitiert Nelson so: Die Beziehung sei „deine, um sie zu halten oder zu verlieren“. Ob das am Ende zwei verschiedene Enden heißt oder nur andere Dialoge, verrät der Text nicht.
Wo kann man die Edge-Preview zu GTA 6 lesen? Kostenlos bei GamesRadar, dort steht seit dem 29. Oktober 2026 die komplette Titelgeschichte von Edge 430 von Simon Parkin. Das Heft selbst ist am selben Tag erschienen.
Gibt es in GTA 6 Polizeihunde? Ja. In der Vorführung für Edge holte ein Polizeihund Jason nach einem Sturz vom Motorrad ein und drückte ihn zu Boden. Die Hundestaffel kam dazu, nachdem die Polizei ein Nagelband ausgelegt hatte.
Kann man in GTA 6 Bus und Bahn fahren? Ja. Laut Edge hat GTA 6 ein funktionierendes Bus- und Zugsystem mit festen Linien. Entwicklungschef Phil Hooker sagt, er kenne alle Routen auswendig.
Ist der Tag in GTA 6 länger als in GTA 5? Ja, laut Rob Nelson deutlich. Eine genaue Dauer hat Rockstar nicht genannt. Mit den Zeiten aus GTA 5 habe in der neuen Grafik alles zu schnell gewirkt.
Hinweis: Vor Release beruhen viele Angaben auf Leaks, Trailern und Gerüchten und sind nicht offiziell bestätigt.

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