GTA 6 Zielen: Auto-Aim ist weg, und das ändert alles
GTA 6 streicht das automatische Einrasten auf Gegner, das die Reihe seit GTA 3 begleitet hat. An seine Stelle tritt ein System mit deutlich mehr Zuständen.
- Das klassische Auto-Aim ist gestrichen, eine übliche Zielhilfe bleibt.
- Drei Trefferfarben: weiß für Treffer, gelb für kampfunfähig, rot für tot.
- Gegner lassen sich entwaffnen statt töten, das wirkt auf das Criminal Profile.
- Deckung liegt auf R1, der Schulterwechsel aus Red Dead Redemption 2 ist zurück.
Seit GTA 3 funktioniert Zielen in dieser Reihe gleich: Taste halten, das Spiel rastet auf dem nächsten Gegner ein, Stick antippen für den Kopftreffer. Genau das ist in GTA 6 vorbei.
Die erste Schießerei beginnt bei Minute 4:38 des Extended Look
Das Einrasten ist weg
TGG, der Rockstar North besuchen und dem Entwicklungschef Rob Nelson beim Spielen zusehen durfte, sagt es unmissverständlich: Das klassische Auto-Aim gibt es nicht mehr. Eine Zielhilfe bleibt, wie sie in Third-Person-Shootern üblich ist, dazu kommt Streuung. Aber der Automatismus, mit dem GTA 5 den Gegner für euch gefunden hat, fällt weg.
Das ist die größte einzelne Änderung am Kampfsystem und für viele Spieler eine Umstellung. In GTA 5 ließ sich eine Schießerei über das Einrasten praktisch perfektionieren. Wer das gewohnt ist, wird die ersten Stunden schlechter treffen.
Seit dem 2. September ist klar, dass die Sache eine Stellschraube hat. Rob Nelson hat TGG gesagt, dass die Klebrigkeit der Waffe einstellbar ist. Auto-Aim ist also aus, aber nicht unumkehrbar aus.
Ein wenig Klebrigkeit beim Zielen, aber deutlich mehr in Richtung eines freien Zielgefühls. Alles in den Optionen einstellbar, aber definitiv weniger fest einrastend als in früheren Spielen.Rob Nelson, Entwicklungschef bei Rockstar North, gegenüber TGGA little bit of stickiness on the aiming, but leaning more towards a free aim feel. All tunable in options, but definitely less of a default lock on aim than previous games.
Was das praktisch heißt, hat TGG selbst nachgefragt und offengelassen: Ob sich die Hilfe bis zum alten Einrasten hochdrehen lässt, sagt Rockstar nicht. Belegt ist nur, dass sie im Menü liegt und standardmäßig schwach eingestellt ist.
Dazu kommt eine zweite Änderung, die in den Berichten fast durchgehend fehlt. Gegner erscheinen nicht auf der Minikarte, und zwar nicht nur die Polizei, sondern alle. In GTA 5 war der rote Punkt auf der Karte die halbe Zielhilfe: Man wusste, wo jemand stand, bevor man ihn sah. Fällt beides gleichzeitig weg, ändert sich die Grundhaltung in einer Schießerei.
Drei Farben sagen, was passiert ist
Neu ist auch die Rückmeldung. Bei jedem Treffer erscheint eine Markierung, und sie hat drei Zustände.
| Farbe | Was sie bedeutet |
|---|---|
| Weiß | Treffer, der Gegner steht noch |
| Gelb | Gegner ist kampfunfähig und keine Gefahr mehr |
| Rot | Gegner ist tot |
Der gelbe Zustand ist der interessante. Er bedeutet, dass ihr nicht töten müsst, um eine Schießerei zu beenden. Gegner lassen sich durch gezielte Schüsse auf Arme, Beine oder auf die Waffe entwaffnen oder ausschalten, ohne sie umzubringen. IGN führt das in seiner Sammlung der neuen Gameplay-Details. Das zahlt auf das Criminal Profile ein, das professionelles gegen schlampiges Vorgehen misst.
Deckung, Schulterwechsel, Aufheben
Das Deckungssystem kehrt zurück und liegt auf R1. Es ist die feste Variante aus GTA 5 und Red Dead Redemption 2, bei der sich die Figur sichtbar an die Wand legt, nicht die kontextabhängige, die viele andere Spiele inzwischen benutzen. GameStar hat in der Aufzeichnung nachvollzogen, wie Jason an der Deckung klebt und sich daran entlangschiebt.
Dazu kommt der Schulterwechsel beim Zielen, ein Rückkehrer aus Red Dead Redemption 2, den GTA 5 nicht hatte. Und Waffen liegen nach einem Kampf am Boden: Jason hebt eine fallengelassene Schrotflinte auf, statt sie beim Darüberlaufen automatisch einzusammeln. Gefallene lassen sich außerdem durchsuchen, zu holen sind Geld, Munition und Waffen.
Was ihr auf dem Bildschirm seht
Oben links laufen während der Schießerei zwei Leisten, Leben und Fokus. Die Lebensleiste hat eine Besonderheit: Sie kann über den regulären Wert hinaus verlängert werden, wenn ihr vorher etwas gegessen habt. Fällt sie danach, füllt sie sich nur bis zum Normalwert zurück, für den Rest braucht ihr wieder einen Verbrauchsgegenstand.
An anderer Stelle im Video sind drei Leisten zu sehen, mit Ausdauer als dritter. Wahrscheinlich blendet das Spiel sie nur ein, wenn sie gebraucht wird, belegt ist das nicht. Alle Anzeigen im Detail stehen im HUD-Artikel.
Fokus ist nicht Dead Eye
Die Fokus-Fähigkeit verlangsamt die Zeit und markiert Schwachstellen, an Personen wie an Fahrzeugen. Bei Autos sind das Reifen, Motorblock und Tank. Sie hat eine eigene Leiste und lässt sich durch Training dauerhaft steigern. Rob Nelson hat ausdrücklich gesagt, dass sie nicht dasselbe ist wie Dead Eye aus Red Dead Redemption 2.
Dazu kommt eine Kamera, die ihr nicht auslöst: Bei besonders spektakulären Treffern schaltet das Spiel von selbst in Zeitlupe um. Wer das nicht will, kann es abschalten, das gilt laut TGG auch für die Kamera bei Autounfällen.
Niederhalten statt töten
Zum Zielsystem gehört ein Unterdrückungssystem. Wer Feuer in Richtung eines Gegners hält, drückt ihn hinter seine Deckung, ohne ihn zu treffen. Damit lässt sich ein Gefecht abbrechen, statt es zu gewinnen, und genau das kann sich lohnen: Ein Überfall ohne Leichen zählt für das Kriminellenprofil als sauber ausgeführt.
Was die linke Hand macht
Boomstick Gaming hat eine Sache herausgearbeitet, die im Vorbeisehen untergeht. Die beiden Hände werden getrennt geführt. Im Extended Look zieht Jason die Pistole, während das Gewehr in der Linken bleibt und die Schrotflinte am Rücken hängt.
Beim Überfall bekommt das eine Bedeutung. Lucia lädt eine Schrotflinte einhändig nach, weil ihr anderer Arm eine Beutetasche hält, und das Nachladen dauert dadurch länger. Wer mehr mitnimmt, kämpft schlechter. Diese Abwägung gab es in GTA 5 nicht.
Auch der Übergang zwischen Hüftschuss und gezieltem Feuer ist neu gebaut. Aus der ungenauen einhändigen Haltung geht die Figur fließend in den beidhändigen Anschlag über, das Fadenkreuz zieht sich dabei zusammen. In GTA 5 waren das zwei getrennte Zustände.
Wie sich die Waffen anfühlen
Zum Rückstoß gibt es bisher nur eine Beschreibung, und sie kommt von jemandem, der zugesehen hat. TGG hat Rob Nelson auf der Shore Drive in einer Schießerei mit der Polizei beobachtet, und zwar mit einem Sturmgewehr. Sein Befund: Die Waffen haben deutlich mehr Rückstoß als in GTA 5, und Nelson musste in Stößen feuern statt den Abzug zu halten. In GTA 5 ließ sich der Abzug halten, ohne die Genauigkeit zu verlieren.
Zwei kleinere Funde gehören dazu. Die Feuerrate der Pistolen ist entsperrt oder mindestens deutlich erhöht, im Extended Look drückt Jason so schnell ab, wie er kann. Und bei der Waffenanpassung sind in den offiziellen Bildern Gravuren, Lackierungen und goldene Waffen zu sehen. TGG hat die Anpassung selbst nicht gesehen und gibt weiter, dass andere Anwesende sie über dem Stand von Red Dead Redemption 2 einordnen. Das ist ein Bericht aus zweiter Hand, kein Befund.
Im Nahkampf ist ein Detail dazugekommen, das aus derselben Runde stammt. Laut Kinda Funny, die Rob Nelson ebenfalls sprechen konnten, gibt es einen gehaltenen Block und dazu ein getimtes Parieren. Und die Rückmeldung läuft nicht nur über die Trefferanzeige: Schaltet Lucia im Juwelierladen einen Gegner ohne Schuss aus, färbt sich der Bildrand gelb, also genau in der Farbe für kampfunfähig.
Hat GTA 6 noch Auto-Aim? Nein. Das Einrasten auf Gegner ist weg, eine übliche Zielhilfe bleibt. Das hat TGG nach seinem Besuch bei Rockstar North berichtet.
Was bedeuten die Farben beim Treffer in GTA 6? Weiß ist ein Treffer, gelb heißt der Gegner ist kampfunfähig, rot heißt er ist tot.
Kann man in GTA 6 ohne Töten durchkommen? Nicht durchgehend, aber öfter als früher. Gezielte Schüsse auf Arme, Beine oder die Waffe setzen Gegner außer Gefecht, ohne sie zu töten.
Gibt es in GTA 6 ein Deckungssystem? Ja, auf R1. Es ist die feste Variante aus GTA 5 und Red Dead Redemption 2, die Figur legt sich sichtbar an die Deckung.
Kann man die Zeitlupe in GTA 6 ausschalten? Ja. Laut TGG lassen sich sowohl die Kamera bei besonderen Treffern als auch die bei Autounfällen in den Einstellungen abschalten.
Lässt sich die Zielhilfe in GTA 6 einstellen? Ja. Rob Nelson hat gegenüber TGG gesagt, dass die Klebrigkeit beim Zielen in den Optionen liegt. Standardmäßig ist sie schwach, ob sie sich bis zum alten Einrasten hochdrehen lässt, hat Rockstar nicht gesagt.
Hinweis: Vor Release beruhen viele Angaben auf Leaks, Trailern und Gerüchten und sind nicht offiziell bestätigt.
